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Nach Angriff auf Rollstuhlfahrer Mutmaßlicher Neonazi in Chemnitz angeklagt

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Der Angeklagte soll eine "verfestigte ausländer- und behindertenfeindliche Grundeinstellung" besitzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

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Den Ermittlungen zufolge sei von einer "verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung" auszugehen, so die Staatsanwaltschaft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Mann aus Chemnitz muss sich wegen einer brutalen Attacke auf einen Rollstuhlfahrer vor Gericht verantworten. Er soll den libyschen Staatsbürger beleidigt, geschlagen und ausgeraubt haben. Der 22-Jährige ist bereits wegen rassistischer Straftaten bekannt.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat Anklage gegen einen 22-Jährigen wegen eines Übergriffs auf einen Libyer im Rollstuhl erhoben. Der als rechtsradikal bekannte Mann soll den Rollstuhlfahrer am 14. September auf einer Straße in Chemnitz zunächst einen "Scheiß-Araber" genannt und unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, wie die Anklagebehörde mitteilte. Anschließend soll er das aus dem Rollstuhl gefallene Opfer getreten und nochmals geschlagen haben.

Obwohl mehrere Zeugen den mutmaßlichen Täter stoppen wollten und den 31-jährigen Libyer wieder in den Rollstuhl setzten, soll der 22-Jährige sein Opfer erneut mehrfach mit dem Rollstuhl umgestoßen und den Rollstuhl jeweils einige Meter weggeworfen haben. Zudem entwendete der Angeschuldigte demnach aus einer am Rollstuhl hängenden Tasche unter anderem eine Bluetoothbox.

Aufgrund von Zeugenaussagen und der Tatausführung sei von einer "verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung" des 22-jährigen Chemnitzers auszugehen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Der Mann ist den Beamten wegen rassistischer Straftaten und Körperverletzungsdelikten bereits bekannt und soll sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahls vor dem Amtsgericht Chemnitz verantworten.

Den Ermittlern zufolge gibt es zudem Hinweise auf einen ähnlichen Vorfall am 14. September. Dabei soll der 22-Jährige vor dem Angriff auf den Libyer einen dunkelhäutigen Mann angegriffen haben. Der mutmaßliche Täter sei unvermittelt auf den Unbekannten losgegangen, als dieser ihn und seine Begleiter angesprochen habe. Der Mann konnte sich demnach in eine Straßenbahn flüchten, die Begleiter des 22-Jährigen verhinderten, dass dieser ihn wieder herauszerrte. Ob es sich dabei tatsächlich um den gleichen Täter handelt, ist bislang unklar.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/AFP

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