Panorama

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt Nachmeldungen verfälschen RKI-Zahlen

Auch zwölf Monate nach Pandemie-Beginn in Deutschland ist die Zahlenbasis mehr als unbefriedigend. So meldet das RKI fast 1000 neue Todesfälle für die letzten 24 Stunden. Doch diese Zahl enthält vermutlich Nachmeldungen von gestern und dem vorangegangenen Wochenende. Was als halbwegs gesichert gelten kann: Der leicht positive Trend bei den Zahlen zur Corona-Pandemie setzt sich fort.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 11.369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 989 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekannt gab.

Die aktuellen Zahlen enthalten aber Nachmeldungen - am Montag hatten nämlich manche Bundesländer ihre Daten nur unvollständig oder gar nicht übermittelt. Das RKI schreibt dazu in seinem Lagebericht vom Montagabend: "Aus Rheinland-Pfalz wurden gestern keine Daten übermittelt. Aus Bayern und dem Saarland wurden Daten übermittelt, allerdings sind die Daten nicht vollständig am RKI eingegangen."

So waren am Montag nur 7141 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Außerdem wurden am ersten Tag der Woche 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Zusammen mit den ohnehin geringeren Meldezahlen an Wochenenden spiegeln diese Zahlen also nur bedingt das aktuelle Infektionsgeschehen wider.

Vor genau einer Woche, am Dienstag, 12. Januar, hatte das RKI 12.802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Über 2 Millionen Infizierte

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt laut RKI am Dienstagmorgen bei 131,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 83,2.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,89 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.052.028 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 47.622. Laut RKI sind etwa 1.716.200 Menschen bereits genesen.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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