Panorama

Auch Fälle in Berlin Spritzen-Attacken in Frankreich häufen sich

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Seit Jahresanfang wurden in Frankreich insgesamt mehr als hundert Fälle junger Menschen gemeldet, die in Clubs oder auf Festivals mutmaßlich mit Nadeln oder Spritzen verletzt worden waren.

(Foto: imago images/Rene Traut)

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In Frankreich kommt es auf Musikveranstaltungen und Festivals immer häufiger zu Übergriffen, bei denen die Täter Spritzen oder Nadeln einsetzen. Derartige Attacken gibt es mittlerweile auch in Deutschland.

In Frankreich sind nach einer erneuten Häufung von Nadel-Attacken zwei Männer festgenommen worden. Im südfranzösischen Toulon soll ein 20-jähriger Tatverdächtiger bei einem Konzert am Strand mit einer Nadel oder Spritze Besucher gestochen haben. In Vic-Fezensac im Südwesten wird einem Mann ein ähnlicher Angriff auf Festivalbesucher zur Last gelegt. In Frankreich werden seit Anfang des Jahres immer wieder derartige Attacken verübt.

Eine der mutmaßlichen Attacken ereignete sich am Freitagabend während der Fernsehaufzeichnung eines Konzerts am Strand von Toulon. Wie die Ermittler am Montag mitteilten, meldeten rund 20 Besucher vermutlich durch Nadeln oder Spritzen verursachte Verletzungen.

Täter zielen auf Festivalbesucher ab

Zwei Frauen identifizierten einen mutmaßlichen Täter, am Sonntag wurde er festgenommen. Eine Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei musste zudem eingreifen, nachdem die Attacken Panik unter den Besuchern ausgelöst hatten. Dem Festgenommenen wird laut Ermittlern in Toulon schwere und vorsätzliche Waffengewalt zur Last gelegt.

Ebenfalls am Wochenende meldeten mehrere 17- bis 18-Jährige mutmaßliche Nadel- oder Spritzen-Angriffe auf einem Festival in Belfort im Osten Frankreichs. In Vic-Fezensac im Südwesten Frankreichs wurde laut Staatsanwaltschaft ein Mann festgenommen, nachdem sieben Menschen nach einem Festival ähnliche Stichverletzungen gemeldet hatten.

Seit Jahresanfang wurden aus unterschiedlichen Regionen Frankreichs insgesamt mehr als hundert Fälle junger Menschen gemeldet, die in Clubs oder auf Festivals mutmaßlich mit Nadeln oder Spritzen verletzt worden waren.

Übelkeit, Schwindel und Schmerz

Die Opfer berichten, dass sie während oder nach einem Club-Besuch plötzlich unter Übelkeit, Schwindel und einem scharfen Schmerz litten. Später entdeckten sie einen roten Punkt mit einem ringförmigen blauen Fleck um ihn herum auf ihrer Haut, bei dem es sich offenbar um eine Einstichstelle handelte.

Die Behörden raten Opfern der Attacken, ein Blutbild erstellen zu lassen. Einem Teil der Betroffenen wurden präventive Behandlungen gegen HIV und Hepatitis verschrieben. Bisher wurden jedoch keine Vergiftungen oder Verabreichungen von Drogen nach den Angriffen festgestellt.

Die Vorfälle trüben die Feierstimmung in Frankreich. Die "kranken und perversen" Nadel-Attacken sorgten unter jungen Leuten für "Hysterie", sagte Thierry Fontaine vom Gastgewerbe-Verband UMIH. Nach der Corona-Krise bedeute dies neue Einnahmeausfälle für Frankreichs Nachtclubs.

Auch in Berlin haben sich Berichte gehäuft, wonach Clubgängerinnen ungewollt mit Spritzen unter Drogen gesetzt worden sind. Nachdem die Sängerin Alison Lewis von "Needle Spiking" im Club Berghain berichtet hatte, soll es einen weiteren Fall gegeben haben. Beide Betroffenen klagten über ein plötzliches Gefühl der Taubheit.

Die Clubcommission Berlin teilte auf Instagram mit, dass man die Berichte sehr ernst nehme und mit Expert:innen und Organisationen in Kontakt stehe. "Statt potenziellen Opfern zu erklären, wie sie sich vor Spiking schützen, müssen wir alles dafür tun, diese Taten zu verhindern und Täter aus unseren Orten auszuschließen", heißt es weiter.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 06. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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