Flutkatastrophe im HimalayaNepal befürchtet Gesundheitsrisiko durch verwesende Opfer

Drei Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya gestaltet sich die Suche nach den Vermissten schwierig. Viele Opfer wurden kilometerweit mitgerissen. Von den geborgenen Toten können bislang nur wenige identifiziert werden - und der Zeitdruck steigt.
Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Nepal und Tibet erschwert der Zustand der geborgenen Leichen zunehmend die Identifizierung der Opfer. Allein von 233 im Distrikt Chitwan an der Grenze zu Indien geborgenen Toten konnten bislang lediglich vier identifiziert werden, wie die dortige Bezirksverwaltung mitteilte. Viele der Opfer waren durch die Wucht der Flut viele Kilometer mitgerissen worden. Insgesamt ist die Zahl der Toten auf 626 gestiegen. 2426 Menschen würden vermisst, teilte die nepalesische Katastrophenschutzbehörde mit.
Die Leichen und menschlichen Überreste verwesten zunehmend, sagte der zuständige Bezirksbeamte Ganesh Aryal. Gesundheitsexperten warnten deshalb vor einem möglichen Risiko für die öffentliche Gesundheit. Die Behörden ordneten nun an, vor der Bestattung jeweils DNA-Proben von den Toten und gefundenen Überresten zu nehmen und nicht identifizierte Opfer dann an einem Ort im nepalesischen Devghat beizusetzen. Die Entscheidung sei bei einem Treffen der zuständigen Behörden gefallen, teilte die Bezirksverwaltung mit.
Unabhängig von den von Leichenteilen stammenden Erregern steigt in den Überflutungsgebieten das Risiko etwa für Durchfallerkrankungen. Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen können beschädigt, Kläranlagen überflutet sein. In Notunterkünften und provisorischen Camps kann es an Hygiene mangeln. Eine häufig bei solchen Naturkatastrophen verstärkt auftretende Krankheit ist die Cholera, verursacht vom Bakterium Vibrio cholerae.