Panorama

Tödliche FlutkatastropheNepal und Tibet zählen 1225 Tote - und vermissen noch Tausende Menschen

02.09.2026, 20:23 Uhr
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Retter suchen weiter nach Opfern. (Foto: AFP)

Vor einer Woche verwandelt eine Sturzflut Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet in ein Katastrophengebiet. Noch immer fehlt von Tausenden Menschen jede Spur, unter ihnen Hunderte Touristen. Hoffnung gibt es kaum noch.

Eine Woche nach der Flutkatastrophe im Himalaya suchen verzweifelte Familien in Nepal weiter nach ihren Angehörigen. In der Hauptstadt Kathmandu standen hunderte Menschen Schlange, um DNA-Proben abzugeben, in der Hoffnung, ihre Angehörigen unter den hunderten Leichen identifizieren zu können. Zugleich schwand die Hoffnung, in verschütteten Tunneln noch überlebende Arbeiter zu finden.

Die Zahl der Todesopfer in Nepal und im benachbarten Tibet stieg derweil auf über 1200 an. Da die Leichenhallen in Nepals Hauptstadt überfüllt sind, wurden einige der sterblichen Überreste bereits beerdigt. Viele Familien, die tagelang in Notunterkünften und Leichenhallen nach vermissten Angehörigen suchten, haben inzwischen aber keine Hoffnung mehr. In Nepal, wo die Hindus ihre Toten traditionell verbrennen, zündeten Trauernde Strohpuppen an.

Die Suche nach Überlebenden geht derweil weiter. Bisher wurden in verschütteten Tunneln keine Überlebenden gefunden, wie die nepalesische Katastrophenschutzbehörde bestätigte. Die Grabungen mussten stattdessen immer wieder in blockierten Tunnelschächten unterbrochen werden. "Die Such- und Rettungsaktion läuft noch", sagte die Behördensprecherin Shanti Mahat. Auch Rettungsteams aus dem Ausland seien trotz großer Schwierigkeiten weiterhin in den Tunneln im Einsatz und versuchten "riesige Mengen an Schlamm und Geröll" zu beseitigen. Bisher aber weitgehend erfolglos: "In einigen Fällen war es schwierig, die Tunneleingänge zu finden, und selbst wenn sie gefunden wurden, waren die Tunnel dann im Inneren blockiert", berichtete Mahat.

Seit der Sturzflut werden insgesamt 639 Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in einem der verschütteten Tunnel überlebt haben könnten. Am Montag hatten Rettungskräfte in zwei Tunneln insgesamt drei Leichen gefunden. Sie arbeiteten sich teilweise mehrere hundert Meter weit vor - die Suche endete aber immer in Bergen aus Schlamm und Geröll. "Wir haben Zugang zu allen Tunneln, aber es ist schwierig hineinzukommen", hatte Energieminister Biraj Bhakta Shrestha gesagt.

Inzwischen wurden in Nepal und Tibet 1225 Tote geborgen. 4757 Menschen werden noch vermisst, darunter auch mehr als 800 Ausländer, die etwa auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren. Nepals Regierung hofft weiter auf die Rettung Vermisster. "Wunder geschehen", sagte Außenminister Shisir Khanal. Daher wolle er die "Hoffnung noch nicht ganz aufgeben".

Die Sturzflut vor gut einer Woche hatte ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Die gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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