Panorama

Hitzesommer 2026Neue Hitzewelle naht: 40 Grad erneut möglich

01.07.2026, 15:32 Uhr
imageVon Paul Heger
00:00 / 05:39
Foermchen-und-ein-Liegestuhl-im-Sandkasten-Feature-Symbolfoto-Randmotiv-Fussgaengerzone-in-Essen-am-26-06
Erst kürzlich wurde ein neuer Hitzerekord von 41,7 Grad in Deutschland aufgestellt - wird er bald überholt sein? (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der Sommer 2026 wird zu einer Hitzeschlacht, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Nach mehreren Rekord-Temperaturspitzen droht nun die nächste Hitzewelle, die für weite Teile Deutschlands erneut extrem ausfallen könnte. Der Sommer hat wohl noch viel mit uns vor.

Die gute Nachricht vorneweg: Die Hitzegeplagten, deren Wohnungen teilweise immer noch sehr warm sind, bekommen in den kommenden Nächten deutlich kühlere Luft. Die Temperaturen sinken regional sogar auf Werte um 10 Grad. Tagsüber liegen wir im Norden teils bei Höchstwerten um 20 Grad, sonst oft um 25 Grad. Eine willkommene Verschnaufpause. Spitzen bis 30 Grad gibt es besonders noch im Südwesten - aber immerhin keine Extremhitze mehr.

Verschwunden ist die Hitze allerdings nicht. Sie ist nur woanders. Spanien und Portugal bekommen mit einem kräftigen Hoch weiterhin Werte zwischen 35 und 40 Grad, teils auch über 40 Grad. Zum Wochenwechsel verstärkt sich das Hitzehoch erneut und könnte eine neue regelrechte Hitzeglocke über dem Südwesten und Westen Europas werden. Damit rutscht die 40 in den nächsten Tagen wieder in den Süden von Frankreich, und auch wir in Deutschland werden das wohl bald zu spüren bekommen.

Hitzeglocke 2.0: Wie heftig wird die nächste Hitzewelle?

In der kommenden Woche wird es wieder heißer. Das scheint trotz aller Unsicherheiten in der Wetterprognose recht sicher zu sein. In der ersten Wochenhälfte scheint sich die Hitzewelle zunächst in Frankreich zu intensivieren und sich schon bis nach England, Belgien und eventuell in den Südwesten Deutschlands auszubreiten. In der zweiten Wochenhälfte breitet sich die Hitze dann sehr wahrscheinlich nach Deutschland aus. Vor allem am Wochenende sind verbreitet 30 bis 35 Grad möglich, regional auch mehr.

Wie heftig die neue Hitzewelle wird, ist aber noch nicht klar. Das europäische Wettermodell ist deutlich sanfter unterwegs. Der Südwesten würde demnach drei Tage um 35 Grad, in Spitzen bis rund 37 Grad bekommen. Das amerikanische Wettermodell ist deutlich heißer, mit vier Tagen bei Temperaturspitzen von 35 Grad bis gut 40 Grad. Diese extreme Hitze würde sich vor allem am Wochenende austoben.

Mit der neuen Woche, also ab dem 15. Juli, würde es in beiden Modellen - Stand heute - wieder abkühlen, aber in einigen Regionen schwülwarm bis drückend heiß bleiben. Und die meteorologische Erfahrung zeigt: Hitzehochs zeigen sich oft stabiler und bleiben länger, als es die Wettermodelle anfangs berechnen. Da ist also noch einiges möglich.

Wird der Hitzerekord erneut gebrochen?

Auffällig ist die Konsistenz, mit der das amerikanische Wettermodell Tag für Tag in seinen neuen Berechnungen Spitzentemperaturen um 40 Grad ausgibt. Das sollte uns eine Warnung sein. Genauso fing es auch bei der letzten Hitzewelle an, die letztendlich neue Allzeitrekorde bis knapp 42 Grad brachte. Tatsächlich zeigten die Berechnungen für die neue Hitzewelle auch schon mal Spitzen bis 44 Grad. Das waren Extremlösungen dieses Wettermodells, die nicht sehr wahrscheinlich sind. Sie zeigen jedoch das Potenzial, das in der kommenden Hitzewelle steckt.

Auch wenn sich die Wetterlage in der nächsten Woche nicht so sehr zuspitzen sollte, sollten wir uns nicht zu sicher sein, dass Temperaturen um 40 Grad nicht noch einmal zurückkehren. Denn ist Europa erst einmal aufgeheizt, bleibt es oft heiß. Dafür spricht auch der Siebenschläferzeitraum, in dem wir uns nun befinden. Wetterlagen, die sich jetzt einstellen, besitzen die Tendenz, den gesamten Sommer zu bestimmen. Gleichzeitig stehen die Hundstage mit den statistisch höchsten Temperaturen erst Mitte Juli bis Mitte August an.

Diese Tendenz ist nicht nur Wettertheorie. Manche Wettermodelle schauen recht weit in die Zukunft. Tatsächlich deuten sie nach der kommenden Hitzewelle den nächsten Vorstoß an. Auch die Langfristmodelle sehen den Juli, den August und sogar den September eher wärmer und trockener als normal. Das spricht für weitere sehr warme bis heiße Hochdruckphasen. Diese würden auch hinsichtlich Trockenheit ein wachsendes Problem darstellen.

Klimakrise bringt historischen Sommer

Um das einmal klar einzuordnen: Das, was wir in diesem Jahr erleben, ist historisch. Und ja, das ist der Klimawandel. Natürlich braucht es auch immer entsprechende Wetterlagen, die Hochs zu uns ziehen lassen. Aber der Klimawandel begünstigt genau diese Wetterlagen. Hitzewellen erreichen uns mittlerweile schon deutlich früher. Im Mai erlebten weite Teile Europas eine nie dagewesene Frühjahreshitzewelle. Nun folgt im Juni die nächste Hitzewelle für die Geschichtsbücher, mit zahlreichen Allzeitrekorden, die nicht selten gleich an mehreren Tagen hintereinander gebrochen wurden.

Ohne den Klimawandel wären diese Hitzewellen so nicht möglich gewesen. Denn auch das zeigten die Klimaberechnungen schon vor Jahrzehnten: Die Hitze kommt nicht nur früher und häufiger, sie bleibt länger und wird heißer in deutlich größeren Regionen. Höchste Zeit also, um sich darauf einzustellen.

Quelle: ntv.de

RekordeErderwärmungExtremwetterHitzewelleMeteorologieKlimawandelTemperaturen