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Afghanin an Freier verkauft Paar muss wegen Zwangsprostitution in Haft

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Einer der beiden Angeklagten vor Prozessbeginn im Januar im Landgericht München.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuerst spielt ein Mann einer 27-jährigen Afghanin vor, sie heiraten zu wollen. Er lockt sie in seine Wohnung, vergewaltigt sie und zwingt sie schließlich gemeinsam mit seiner Partnerin zur Prostitution. Irgendwann findet das Opfer die Kraft, zur Polizei zu gehen. Nun urteilt das Münchner Landgericht in dem Fall.

Ein Paar, das eine Afghanin monatelang zur Prostitution gezwungen hat, ist zu je drei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. "Wir haben keinen Zweifel an dem Motiv, die Geschädigte kommen zu lassen, um sie auf den Strich zu schicken", sagte Richter Philip Stoll bei der Urteilsverkündung am Münchner Landgericht I am Dienstag. Die beiden wurden unter anderem wegen schwerer Zwangsprostitution verurteilt. Zum Prozessauftakt Anfang des Jahres hatten beide Angeklagte die Vorwürfe bestritten.

Das Paar hatte das Opfer, das damals in Berlin lebte, Ende 2017 über einen Online-Chat kennengelernt. Der 28 Jahre alte Mann hatte der 27-Jährigen die Ehe versprochen, seine 29-jährige Verlobte gab sich als seine Schwester aus. Kurz nach der Ankunft des Opfers in München kam es zum Geschlechtsverkehr mit dem Mann. Das Gericht wertete dies als sexuellen Übergriff. Mit der verlorenen Jungfräulichkeit und weiteren Drohungen setzte das Paar, das ebenfalls aus Afghanistan stammt, die Frau anschließend derart unter Druck, dass sie sich schließlich prostituierte.

Die beiden Angeklagten vermittelten ihr Opfer über Internetportale an Männer. Die Frau soll zum Geschlechtsakt mit 100 bis 150 Freiern gezwungen worden sein. Die Einnahmen kassierten die Angeklagten. Im März 2018 wandte sich das Opfer schließlich mit Hilfe eines Freiers an die Polizei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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