Panorama

Rock am Ring unterbrochen Panne löste Terroralarm bei Festival aus

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Veranstalter Marek Lieberberg diskutiert die Lage Anfang Juni mit der Polizei.

(Foto: imago/Manngold)

Das Musikfestival Rock am Ring wird vor ein paar Tagen wegen Terrorverdachts unterbrochen. Die Polizei stellt einen Bezug zur Salafistenszene her - zwei Aufbauhelfer geraten in den Fokus. Nun stellt sich heraus: Ein Tippfehler löste den Alarm aus.

Schreibfehler bei den Namen zweier Aufbauhelfer haben den Terroralarm beim Musikfestival "Rock am Ring" ausgelöst. "Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische (klangliche) Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf", sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA), Johannes Kunz, der Mainzer "Allgemeinen Zeitung".

Das Festival "Rock am Ring" mit 87.000 Besuchern in der Eifel war Anfang Juni wegen Terrorverdachts unterbrochen worden. Die Namen der beiden Aufbauhelfer eines Frankfurter Subunternehmens passten wegen der Schreibfehler nicht zu den Personallisten der Veranstalter. Das rheinland-pfälzische Innenministerium bestätigte damals den Verdacht einer Verbindung zu hessischen Salafisten.

LKA-Chef Kunz sagte nun: "Die Lage war schon sehr ernst, denn wir konnten konkrete Tatvorbereitungen in Richtung eines Anschlages nicht ausschließen." Die Polizei habe zuvor nur die Mitarbeiter der eingesetzten Sicherheitsfirmen überprüft, solle das aber in Zukunft vor Großveranstaltungen auf freiwilliger Basis auch bei Aufbauhelfern tun. Mit Blick auf die Schreibfehler forderte Kunz, "dass uns künftig frühzeitig Personaldokumente vorgelegt werden müssen".

Das legendäre Musikfestival war am ersten Festivaltag unterbrochen worden, weil die Polizei konkrete Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände. Das Konzert der Band Rammstein war daraufhin ausgefallen. Dennoch feierten 87.000 Besucher im weiteren Verlauf ein friedliches Festival.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa