Panorama

"Deutschlandweit einzigartig" Pensionierte Polizisten lösen "Cold Cases"

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Die zwischen 62 und 65 Jahre alten Ermittler sollen ungeklärten Mord- und Tötungsdelikten aus dem vergangenen halben Jahrhundert nachgehen.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Sie sind längst im Ruhestand - doch ihre Expertise ist für NRW unverzichtbar: Gut zwei Dutzend pensionierte Polizeibeamte sollen bislang ungeklärte Fälle nochmals unter die Lupe nehmen. Dabei geht es vor allem um ungeklärte Mordfälle. Innenminister Reul spricht euphorisch von 1000 Jahren Erfahrung.

Neue alte Ermittler im Landeskriminalamt: In Nordrhein-Westfalen rollen ab sofort Polizisten im Ruhestand sogenannte Cold Cases aus den vergangenen 50 Jahren neu auf. Die 23 ehemaligen Polizisten und eine Polizistin haben ihre Arbeit aufgenommen, wie das Landesinnenministerium mitteilte. Die zwischen 62 und 65 Jahre alten Ermittler sollen ungeklärten Mord- und Tötungsdelikten aus dem vergangenen halben Jahrhundert nachgehen.

Laut Ministerium gehören sie zu einer "deutschlandweit einzigartigen Organisationseinheit für 'Cold Cases'". Im Juli hatte das Landeskriminalamt mit der Suche nach pensionierten Polizisten begonnen. 24 Stellen seien nun vergeben, vier weitere sollen bis zum 1. Dezember neu besetzt werden.

"Sie versprühen einen ungeheuren Willen, die alten Fälle neu aufzurollen", erklärte Innenminister Herbert Reul von der CDU zur Begrüßung der Ermittler. Die pensionierten Polizisten kämen aus verschiedenen Bereichen und hätten jahrzehntelange Erfahrung. "Rechnet man jeweils 40 Dienstjahre mal bald 28 Ermittler, dann kommt man auf mehr als tausend Jahre Erfahrung - das ist Wahnsinn", erklärte Reul.

Aufgabe der Ermittler sei es, sich einen Überblick über den aktuellen Sachstand zu verschaffen, Akten zu digitalisieren, Asservate zu begutachten und neue Ermittlungskonzepte zu erarbeiten. Sobald sich neue Ermittlungsansätze ergeben, übernimmt die zuständige Kriminalpolizei den Fall.

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt baut seit 2017 eine Datenbank für ungeklärte Tötungsdelikte auf. Darin wurden laut Innenministerium 1160 Fälle seit dem Jahr 1970 aufgenommen.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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