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Tragende Rolle: Etwa 390 Pferde sind beim Kölner Rosenmontagszug dabei.
Tragende Rolle: Etwa 390 Pferde sind beim Kölner Rosenmontagszug dabei.(Foto: dpa)
Montag, 12. Februar 2018

Mehrere Verletzte in Köln: Pferde gehen beim Rosenmontagszug durch

Seit Jahren fordern Tierschützer ein Pferdeverbot beim Karneval. Nun kommt es in Köln erneut zu einem Unfall, als Pferde im Rosenmontagstrubel durchgehen. Abgesehen davon ist die Polizei bislang aber zufrieden mit ihrer Karnevalsbilanz.

Durchgehende Pferde einer Kutsche haben beim Kölner Rosenmontagszug mehrere Menschen verletzt. Drei oder vier Personen wurden nach Polizei-Angaben ins Krankenhaus gebracht. Die Pferde wurden von Tierärzten versorgt. Nach einer etwa halbstündigen Unterbrechung konnte der Zug fortgesetzt werden.  

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Im vergangenen Jahr war in Köln auch schon ein Pferd kollabiert. Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit längerem ein Tierverbot bei Karnevalszügen. Abgesehen von dem Unglück mit der Kutsche äußerte sich die Polizei in Köln, Düsseldorf und Mainz zunächst zufrieden mit dem Verlauf der großen Karnevalszüge. Allein der Kölner Zug umfasst 11.000 Teilnehmer, etwa 390 Pferde, 25 Persiflagewagen und 60 Festwagen.

Auf den Persiflagewagen wurde wie jedes Jahr die Politik aufs Korn genommen. Eine beliebte Zielscheibe des Spotts blieb Donald Trump: In Köln fuhr eine Pappmaché-Ausgabe des US-Präsidenten als Dampfwalze mit, in Düsseldorf lastete die Russland-Affäre in Gestalt eines dicken Bären auf ihm, und in Mainz drosch er mit einem Golfschläger auf das Klimaabkommen ein. 

700.000 Schokoladentafeln

Die traurigste Figur gab der Noch-SPD-Vorsitzende Martin Schulz ab: Er wurde in Düsseldorf durch den Fleischwolf gedreht. Seine anvisierte Nachfolgerin Andrea Nahles gab derweil die Parole aus: "Genossen, das ENDE ist NAHles!" FDP-Chef Christian Lindner nahm als Hasenfuß Reißaus vor der Regierungsverantwortung. Kanzlerin Angela Merkel thronte in Düsseldorf als Schwarze Witwe über den Schädeln lang verblichener Polit-Größen.

In Mainz schlüpfte die Langzeit-Kanzlerin in einen anderen Tierkörper: Als Schildkröte nickte sie in alle Richtungen. Andere schwankende Pappkameraden waren die britische Premierministerin Theresa May und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Nicht von Pappe waren dagegen die Toten Hosen, die leibhaftig in Düsseldorf mitfuhren.

Allein in Köln hatte der Zug 300 Tonnen Süßigkeiten geladen, darunter 700.000 Schokoladentafeln und 220.000 Schachteln Pralinen. Das diesjährige Motto des Kölner Karnevals lautete: "Mer Kölsche danze us der Reih" ("Wir Kölner tanzen aus der Reihe"). Die Düsseldorfer feierten nach der Devise "Jeck erst recht".

Das Wetter hielt sich besser als erwartet: Immer wieder kam die Sonne durch, Regenschauern blieben aus. Allerdings mussten sich die Jecken dick anziehen. Die Narren in Baden-Württemberg mussten sogar Schnee trotzen. Einer der Höhepunkte war dort der Narrensprung in Rottweil.

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Quelle: n-tv.de