Panorama

Ungebetene Besucher in Amsterdam Pokemon-Spieler verwirren Klinikmitarbeiter

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Wenn Sie es nicht selber schon spielen, erblicken Sie es sicher bald auf dem Display eines Bekannten: Pokemon Go.

(Foto: imago/ZUMA Press)

In einem Amsterdamer Krankenhaus beobachten Angestellte seltsames: Fremde schleichen in allen Bereichen des Hauses mit ihrem Smartphone in der Hand herum. Sie suchen ein Pokemon. Die Klinikleitung reagiert souverän - anders als manche Hausbesitzer.

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Die Begeisterung für das Smartphone-Spiel Pokémon Go hat in einem Krankenhaus in Amsterdam für unliebsame Vorfälle gesorgt. Das Akademische Medizinische Zentrum (AMC) in der niederländischen Metropole sah sich gezwungen, Besucher aufzufordern, beim Spielen von Pokémon Go nicht mehr in nicht-öffentliche Bereiche des Krankenhauses einzudringen.

"Es gibt tatsächlich ein krankes Pokémon im AMC, aber wir sorgen gut für es. Bitte besucht es nicht", teilte die Klinik bei Twitter mit. Beigefügt war ein Bild der Pokémon-Figur Pikachu neben einer Taschentücher-Box.

"Die Patienten brauchen Ruhe"

Die kostenlose Spiele-App Pokémon Go animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" versteckte Pokémon-Figuren "einzufangen". Dabei werden die GPS-Funktion und das Kartenmaterial des Smartphones genutzt. Seit der Veröffentlichung der App in der vergangenen Woche wurde sie bereits millionenfach heruntergeladen.

"Seit gestern ist uns aufgefallen, dass junge Leute mit Smartphones im Gebäude herumlaufen und in Bereiche gehen, in denen sie nicht sein sollten", sagte die AMC-Sprecherin Loes Magnin. Einige Spieler hätten sich sogar im Keller des Krankenhauses wiedergefunden, wo unter anderem Kleidung desinfiziert wird. "Die Patienten brauchen Ruhe und Erholung", mahnte Magnin.

Einbrecher entpuppen sich als Spieler

Doch nicht nur dem Krankenhaus macht Pokémon Go zu schaffen. Die niederländische Bahn-Aufsicht ProRail bat Nintendo um Änderungen an der Spiele-App, nachdem manche Spieler unwissentlich auf Gleise geraten waren.

Laut einem Bericht des niederländischen Rundfunks gingen in den vergangenen Tagen zudem bei der Polizei Beschwerden über verdächtige Mobilfunknutzer ein, die Häuser fotografieren. Der Verdacht, es handele sich um Einbrecher, die neue Ziele auskundschafteten, erhärtete sich nicht. Die auffälligen Handynutzer entpuppten sich vielmehr als Pokémon-Go-Spieler.

Quelle: ntv.de, shu/AFP