Panorama

Schreiben der "Vulkangruppe"Polizei ermittelt nach neuer Drohung gegen Berliner Stromnetz

08.01.2026, 18:44 Uhr
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Berlin-Deutschland-Polizeiauto-im-Einsatz
Der Polizeieinsatz überprüft den Angriff auf Stromleitungen in den östlichen Bezirken von Berlin. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Nach einem Brandanschlag auf das Stromnetz im Südwesten Berlins sind Zehntausende Haushalte ohne Strom. Nun taucht eine erneute verdächtige Anschlagsdrohung auf, zu der die Polizei ermittelt. Die Drohung stammt von einer bereits bekannten linksextremen Gruppe.

Wenige Tage nach dem großen Stromausfall im Berliner Südwesten hat eine Anschlagsdrohung einen Polizeieinsatz in Marzahn-Hellersdorf ausgelöst. Die Polizei überprüfte dort mit dem Betreiber von Stromnetz Berlin "alle wichtigen, infrage kommenden Bereiche vorsichtshalber", wie ein Polizeisprecher sagte. "Dabei ist nichts festgestellt worden."

Der Polizeisprecher nannte keine konkrete Zahl. Er sprach von einer niedrigen zweistelligen Anzahl. Auch die Senatsinnenverwaltung bestätigte die Überprüfung. "Es gab keine Feststellungen", sagte eine Sprecherin.

Zuvor hatten "Bild" und "B.Z." berichtet. Auf der Internetplattform "Indymedia" war die Ankündigung der linksextremen "Vulkangruppe" aufgetaucht, wonach Stromleitungen in den östlichen Bezirken angegriffen werden sollen. Später verschwand das Schreiben aus dem Netz.

Wie der Polizeisprecher sagte, prüft die Polizei das Schreiben. Dabei geht es um die Authentizität und einen möglichen Zusammenhang zu dem Schreiben, das nach dem Stromausfall vom Wochenende als authentisch eingestuft worden war. Darin hatte eine linksextremistische Vulkangruppe den Brandanschlag auf Hochspannungsleitungen im Südwesten der Hauptstadt für sich reklamiert. Die Sprecherin der Innenverwaltung verwies darauf, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen habe. Bisherige Ermittlungsergebnisse flössen in die Bewertung solcher Schreiben ein.

Am Samstagmorgen waren im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Schrittweise wurde ein Teil der Kunden wieder angeschlossen. Nach Angaben des regierenden Bürgermeisters Kai Wegner waren 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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