Panorama

Nach Messerangriff auf Beamte Polizei erschießt Asylbewerber in Unterkunft

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Die Einsatzkräfte gaben mehrere Schüsse ab.

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Im Landkreis Stade muss die Polizei wiederholt in ein Flüchtlingsheim anrücken, weil ein Mann andere bedroht. Als der 40-Jährige offenbar mit einem Messer auf die Beamten losgeht, erschießen sie ihn. Der Verstorbene soll an psychischen Problemen gelitten haben.

Polizisten haben bei einem Einsatz in einem Flüchtlingsheim in Harsefeld im Kreis Stade einen Asylbewerber erschossen. Sie seien am späten Sonntagabend in dem Heim auf einen 40-jährigen Mann aus dem Sudan gestoßen, der mit einem Messer bewaffnet war. Das teilte die Staatsanwaltschaft Stade mit. "Im Verlauf des weiteren Einsatzes griff der 40-Jährige die Einsatzkräfte mit dem Messer an, weshalb diese von ihrer Schusswaffe Gebrauch machten und mehrere Schüsse abgaben", hieß es.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, waren Polizeikräfte am Sonntag schon vorher zweimal in die Unterkunft gerufen worden, weil dieser Mann angeblich andere bedrohte. Die Polizei habe versucht, seine Einweisung in die Psychiatrie zu erwirken. Dies habe ein Gericht aber abgelehnt. Gegen 23.30 Uhr seien die Einsatzkräfte von Anwohnern erneut alarmiert worden, weil der 40-Jährige mit einem Messer drohe.

Der Geflüchtete sei im Krankenhaus Stade gestorben. Die Staatsanwaltschaft Stade habe ein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Polizeibeamten wegen Totschlags eingeleitet. Die Polizeiinspektion Cuxhaven, die zur Polizeidirektion Oldenburg gehört, sei mit den Ermittlungen beauftragt worden. Zu klären sei insbesondere, ob die Polizeibeamten in Notwehr gehandelt hätten.

Es sei bekannt gewesen, dass der Flüchtling psychische Probleme habe, sagte die Bürgermeisterin der Samtgemeinde Harsefeld, Ute Kück. Er sei deswegen vom Gesundheitsamt und vom sozialpsychiatrischen Dienst betreut worden. In der Gemeinde gebe es "eine große Betroffenheit" nach dem tödlichen Zwischenfall, sagte sie. Die neun Bewohner des gemeindeeigenen Flüchtlingsheims seien vorerst anderweitig untergebracht worden.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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