Panorama

Täter war kein Unbekannter Polizei fasst Nashville-Schützen

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Trevis Reinking wurde in einem Waldgebiet in der Nähe seines Hauses festgenommen.

(Foto: REUTERS)

In der Nacht zum Sonntag stürmt ein Mann ein Schnellrestaurant bei Nashville und richtet dort ein Blutbad an. Vier Menschen sterben. 36 Stunden später fasst die Polizei den Täter. Die Beamten prüfen, ob auch sein Vater einen Teil der Schuld trägt.

Die Polizei im US-Bundesstaat Tennessee hat den Schützen gefasst, der ein Blutbad in einem Restaurant angerichtet hatte. Der 29-Jährige sei in einem bewaldeten Gebiet festgenommen worden, teilte die Polizei von Nashville mit.

Bei ihm handelt es sich um einen Mann namens Travis Reinking, der aus einer mehr als 700 Kilometer von Nashville entfernten Ortschaft im Bundesstaat Illinois stammen soll. Die Fahnder waren durch ein Autokennzeichen auf seine Spur gelangt.

Offenbar hatte er sich in einem Waldgebiet in der Nähe seines Wohnhauses verschanzt. Augenzeugen hatten ihn erkannt, als er über eine Baustelle in der Nähe in den Wald ging. Wie lang er genau dort war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Bei seiner Festnahme habe er einen Rucksack getragen, in dem sich neben einer Taschenlampe unter anderem eine weitere Schusswaffe und Munition befanden, sagte Carlos Lara von der Polizei Nashville.

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James Shaw entriss dem Todesschützen seine Waffe und rettete so vermutlich viele Menschenleben.

(Foto: AP)

Nach Angaben der Polizei waren dem Mann in der Vergangenheit Schusswaffen entzogen worden. Anlass war damals ein Versuch, eine Barrikade am Weißen Haus zu durchbrechen. Die Polizei will nun prüfen, ob der Vater des Mannes die Waffen an den Sohn illegalerweise weitergegeben hat.

Der Held von Nashville

Der Täter hatte in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) das Schnellrestaurant in Antioch, einem Vorort von Nashville, gestürmt und mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet. Er tötete vier Menschen und verletzte vier weitere. Das Motiv für die Tat blieb zunächst völlig unklar. Nach Polizeiangaben trug der Schütze nur einen Mantel über dem nackten Körper, den er dann im Restaurant ablegte.

Der Angriff wurde von einem Restaurantbesucher gestoppt. Der unbewaffnete James Shaw stellte sich laut Medienberichten dem Todesschützen entgegen und entriss ihm seine Waffe. "Keine Frage - er hat dadurch viele Leben gerettet", sagte ein Polizeisprecher. Präsident Donald Trump würdigte den Mut des Mannes, wie seine Sprecherin Sarah Sanders erklärte.

Die Tat hatte in der Gegend um Nashville Panik ausgelöst. Die meisten Schulen schlossen oder sagten zumindest ihre Nachmittagsprogramme ab, da der Täter noch auf der Flucht war.

Nach Zeugenaussagen soll der Mann eine Art Sturmgewehr im Stil des berüchtigten AR-15 benutzt haben. Für den Erwerb der halbautomatischen Waffe, die zuletzt bei mehreren Aufsehen erregenden Verbrechen in den USA genutzt worden war, bedarf es in Tennessee keiner Lizenz.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP/dpa