Panorama

In Widersprüche verwickelt Polizei nimmt Freund des Amokläufers fest

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Trauernde legen Blumen für die Opfer nieder.

(Foto: REUTERS)

Der Amokläufer von München tötete allein - doch offenbar gab es einen Mitwisser. Die Polizei nimmt einen Freund des Täters fest. Gegen den 16-Jährigen wird wegen Nichtanzeigens einer Straftat ermittelt.

Die Polizei hat einen Freund des Amokläufers von München als mutmaßlichen Mitwisser festgenommen. Gegen den 16-Jährigen werde wegen Nichtanzeigens einer Straftat ermittelt, teilte die Polizei mit. Der Jugendliche habe sich nach der Tat vom Freitagabend mit neun Todesopfern bei der Polizei gemeldet. Bei einer erneuten Vernehmung habe er sich in Widersprüche verwickelt.

Der Schüler David Ali S. hatte in München erst neun Menschen und dann sich selbst erschossen. Es handelte sich nicht um eine politisch motivierte Tat. Vielmehr war der Deutsch-Iraner offenbar von Amokläufen fasziniert und hatte seine Tat seit über einem Jahr geplant. Dabei hatte er auch Winnenden besucht. Dort hatte im März 2009 ein 17-Jähriger 15 Menschen erschossen, bevor er schließlich in einem Schusswechsel mit der Polizei selbst starb. In dem Ort in Baden-Württemberg fotografierte David Ali S. mehrere Tatorte des Amoklaufes.

Zu seiner Tat hat der junge Mann aus München den Ermittlern zufolge ein eigenes schriftliches "Manifest" verfasst. In dem auf seinem Rechner gefundenen Dokument beschäftige sich S. mit der Tat und ihren näheren Umständen. Die Tatwaffe hatte sich der 18-Jährige Deutsch-Iraner vermutlich im Darknet, einem verborgenen und verschlüsselten Bereich des Internets, besorgt.

Laut der Staatsanwaltschaft war er wegen psychischer Probleme sowohl in stationärer wie in ambulanter Behandlung. Dabei handelte es sich offenbar um eine Angststörung und um Depressionen. Unter anderem soll der Jugendliche Probleme gehabt haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. In seinem Zimmer wurden ärztliche Unterlagen und entsprechende Medikamente gefunden

Die Wahl der Opfer war den aktuellen Erkenntnissen zufolge zufällig. Inzwischen hat sich den Ermittlern zufolge die Zahl der Verletzten auf 35 erhöht. Darunter sind noch immer zehn Schwerverletzte.

Quelle: ntv.de, ghö