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Großrazzia gegen Scheinehen Polizei nimmt Schleuserbande hoch

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An dem Einsatz in Berlin, Görlitz und Frankfurt am Main waren rund 400 Beamte beteiligt.

(Foto: dpa)

Für eine gültige Aufenthaltserlaubnis in der EU zahlen Männer aus Nigeria Tausende Euro an eine Schleuserbande. Die arrangiert dafür Ehen mit portugiesischen Frauen. Die führenden Köpfe der Bande verhaftet die Polizei in Berlin.

Die Polizei hat bei einer Großrazzia 41 Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin durchsucht. Zudem seien drei Objekte in Potsdam, Görlitz und Frankfurt am Main überprüft worden, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Aktion habe sich gegen eine Schleuserbande gerichtet, die Scheinehen zwischen nigerianischen Männern und portugiesischen Frauen arrangiert habe.

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An dem Einsatz waren dem Sprecher zufolge rund 400 Beamte beteiligt. Sie hätten einen 50-jährigen Mann und vier Frauen im Alter von 46 bis 64 Jahren verhaftet. Sie sollen die Köpfe der Schleuserbande sein. Außerdem wurde eine größere Menge Bargeld beschlagnahmt.

Die Verdächtigen sollen demnach in mehr als 70 Fällen überwiegend Nigerianer nach Europa eingeschleust und dafür Scheinehen mit Portugiesinnen fingiert haben. Dadurch hätten die Männer eine EU-Aufenthaltskarte erhalten, die in der Regel fünf Jahre gültig gewesen sei, sagte der Sprecher. Die Papiere einschließlich der Eheurkunden seien gefälscht und die Eheschließungen in Nigeria nur vorgetäuscht worden, weshalb die Ehen nie gültig waren.

Gegen den Mann und die vier Frauen war im Vorfeld der Aktion wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern in Verbindung mit Urkundenfälschung Haftbefehl erlassen worden. Dem Sprecher zufolge hätten die nigerianischen Männer für die Eheschließung rund 13.000 Euro an die Schleuserbande zahlen müssen. Ein Teil des Geldes hätten die portugiesischen Frauen erhalten. Parallel zu den Razzien in Deutschland gab es demnach auch eine über Europol koordinierte Durchsuchung in Portugal.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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