Panorama

Ehemann erschossenPolizei schnappt Gefängnisausbrecherin

23.03.2018, 10:45 Uhr
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Die 22-Jährige war in einem Indizienprozess zu elf Jahren Haft verurteilt worden. (Foto: dpa)

Sie erschießt ihren Mann, wird zu elf Jahren Haft verurteilt, bricht in einer spektakulären Flucht aus dem Gefängnis aus - aber am Ende klicken doch wieder die Handschellen. In einer niedersächsischen Kleinstadt fasst die Polizei die 22-jährige Ausbrecherin.

Vor vier Tagen gelang ihr eine filmreife Flucht aus dem Frauengefängnis, jetzt ist eine wegen Totschlags verurteilte 22-Jährige wieder hinter Gittern. Ein mobiles Einsatzkommando fasste Tizia L. nach Informationen der "Bild"-Zeitung am Donnerstagabend um 21.30 Uhr in einer Kleinstadt im niedersächsischen Landkreis Northeim. Details der Festnahme sind noch nicht bekannt - L. soll aber zurück in ihre Haftanstalt in Vechta gebracht worden sein.

Dort saß die 22-Jährige zuletzt in einem geringer gesicherten Gebäude der Sozialtherapie, einer Außenstelle des Frauengefängnisses. Zwischen zwei und drei Uhr am Montagmorgen war es ihr gelungen, das Schloss einer Dachluke aufzubrechen, sich durch das enge Fenster aufs Dach zu zwängen und von dort nach unten zu steigen. Anschließend kletterte sie über einen 3,5 Meter hohen Zaun und eine mehr als drei Meter hohe Mauer.

Laut Urteil hat Tizia L. im Juli 2016 ihren mehr als 40 Jahre älteren Mann mit acht Schüssen getötet. Danach legte sie demnach eine Decke über die Leiche, nahm das Auto ihres Mannes und holte ihren jungen Liebhaber ab. Gemeinsam mit ihm fuhr sie in den Süden: über Prag und Wien nach Italien. Das Landgericht Hildesheim verurteilte sie im vergangenen März zu elf Jahren Haft wegen Totschlags. Die Frau bestritt die Tat bis zum Schluss.

Eine Gefahr für die Allgemeinheit stellte die Ausbrecherin laut Justizministerium aber nicht dar: "Der Verurteilung liegt eine Beziehungstat zugrunde", sagte Christian Lauenstein vom Justizministerium. Im Gefängnis sei die 22-Jährige nicht als aggressiv aufgefallen.

Quelle: ftü/dpa

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