Panorama

Mobilisierung über Landesgrenzen "Querdenker"- Demo hat Zulauf aus Polen

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Weil viele Teilnehmer sich nicht an die Hygieneauflagen hielten, hatte die Polizei das Demo-Gelände ausgeweitet.

(Foto: imago images/Christian Thiel)

In Frankfurt (Oder) demonstrieren über tausend "Querdenker" gegen die Corona-Maßnahmen. Darunter viele Menschen aus dem benachbarten Polen. Das Masken- und Abstandsgebot ignorieren viele Teilnehmer. Die Veranstalter betonen jedoch, dass sie mit Extremismus nichts zu tun haben wollen.

Rund 1500 Gegner von Corona-Einschränkungen aus Deutschland und Polen haben am Samstag in Frankfurt (Oder) demonstriert. Zu der Demo hatte die Initiative "Querdenken" aus Duisburg aufgerufen. Auf Deutsch und Polnisch wurde "Frieden" und "Freiheit" gerufen. Aus Slubice auf polnischer Seite kamen Hunderte nach Frankfurt (Oder), einige schwenkten polnische Flaggen. "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg aus Stuttgart, der als Redner eingeladen war, wandte sich gegen Extremismus. "Wir sind eine friedliche Bewegung, in der Extremismus, Gewalt, Antisemitismus und menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz hat", sagte er.

Die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern nehmen die Veranstaltungen der "Querdenken"-Bewegung genauer in den Blick, nachdem dort zuletzt mehrfach Extremisten aufgetaucht waren. Veranstalter und Polizei riefen dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten und Masken zu tragen. Längst nicht alle Teilnehmer der "Querdenken"-Demo hielten sich aber daran.

Die Veranstalter appellierten an sie, die Regeln zu beachten, sonst unterbreche die Polizei die Kundgebung und kontrolliere. Die Polizei rief über Lautsprecher und über Twitter - auf Deutsch und Polnisch - dazu auf, sich an die Corona-Vorgaben zu halten. Sie erweiterte das Demo-Gelände an der Oderpromenade, damit mehr Abstand möglich war. Die Initiative "Querdenken" zweifelt die Corona-Beschränkungen aufgrund einer nationalen epidemischen Lage an und spricht von Einschränkungen der Grundrechte. Auf einer Papp-Figur in Frankfurt (Oder) stand zum Beispiel "Voodoo Virus Wahn", auf einem Plakat "Wer in der Corona-Krise schläft, wacht in der Diktatur auf!". Ein Teilnehmer trug einen gelben Schutzanzug und ein Schild mit der Aufschrift "Totale Hygiene" in Frakturschrift.

Zu einer Gegendemonstration kamen laut Polizei rund 150 Menschen. Dazu hatte das Bündnis "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)" unter dem Motto "Maskenball statt Corona-Leugner*innen!" aufgerufen. Die Aktivisten forderten bei Facebook Solidarität gegenüber Risikogruppen und Beschäftigten in Krankenhäusern und appellierten an die Menschen, die Corona-Maßnahmen zu unterstützen. "Wir sagen Nein! zu Angstmacherei, Falschbehauptungen, Rücksichtslosigkeit und Verschwörungsmythen", schrieben sie dort.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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