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Omikron breitet sich schnell aus RKI warnt vor "schlagartiger Erhöhung" der Fallzahlen

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Mittlerweile wird Omikron bei fast jedem fünften Varianten-Test in Deutschland nachgewiesen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Deutschland ist die ansteckendere Omikron-Variante auf dem Vormarsch. Das RKI warnt, dass die Infektionszahlen in Deutschland bald "schlagartig" ansteigen könnten. Auch das Gesundheitssystem könnte schnell an seine Grenzen gelangen.

Aufgrund der rasanten Verbreitung der neuen Omikron-Variante ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit einer "schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle" in Deutschland zu rechnen, heißt es im aktuellen Wochenbericht. Es könne dadurch zu einer schnellen Überlastung des Gesundheitssystems kommen, warnt das RKI. In der Woche bis zum 26. Dezember gingen demnach 17,5 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 3,1 Prozent - es zeichnet sich also eine ebenso rasante Verdrängung der vorherrschenden Delta-Variante ab, wie sie bereits in anderen Ländern beobachtet wurde.

Bei der Zählung werden sowohl Nachweise mittels Erbgut-Analyse als auch Verdachtsfälle aufgrund sogenannter variantenspezifischer PCR-Tests einbezogen. Aussagekräftiger, wenn auch weniger aktuell, als die Meldedaten zu Omikron sind die sogenannten Stichproben-Daten. Hier fließen ausschließlich Gesamtgenomsequenzen ein. Der Omikron-Anteil in Kalenderwoche 50, die bis zum 19. Dezember ging, lag laut RKI bei 7,4 Prozent - was ebenfalls ein starker Anstieg im Vergleich zu den 2,5 Prozent in der Vorwoche war.

Bis zum 27. Dezember seien in Deutschland 10.443 Omikron-Fälle erfasst worden, heißt es in dem RKI-Wochenbericht. Davon wurden 1555 durch eine Gesamtgenomsequenzierung zweifelsfrei bestätigt, bei 8888 weiteren bestehe Omikron-Verdacht aufgrund der variantenspezifischen PCR-Tests. Laut dem aktuellen Omikron-Bericht des RKI beträgt die Zahl der Fälle in Deutschland mittlerweile jedoch schon 16.748. Die meisten davon traten mit mehr als 5600 in Nordrhein-Westfalen auf. Allerdings gibt es in Hamburg die höchste Omikron-Dichte mit rund 100 Fällen je 100.000 Einwohner.

Omikron-Aufkommen in Ländern sehr unterschiedlich

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt zudem ein sehr unterschiedliches Bild bei den Omikron-Fällen: So machte die Variante in der vergangenen Woche nur 1 Prozent der Fälle in Sachsen aus, hingegen 65 Prozent der Fälle in Bremen. Auch in Niedersachsen breitet sich die Omikron-Variante zuletzt stark aus - sie machte in dem Bundesland zuletzt fast 30 Prozent aller Fälle aus - Anfang Dezember lag der Anteil noch bei 0,2 Prozent, wie der Leiter des Landesgesundheitsamts, Fabian Feil, mitteilte.

Die großen Schwankungen zwischen den Bundesländern ergeben sich laut RKI-Wochenbericht unter anderem aus den zum Teil noch niedrigen Omikron-Fallzahlen, aber auch aus der unterschiedlichen Häufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von besorgniserregenden Varianten (VOC), zu denen auch Omikron zählt. Auch Verzögerungen bei der Erfassung und Übermittlung der Fälle spielten eine Rolle.

Was das gesamte Infektionsgeschehen betrifft, machen derzeit die Feiertage eine genaue Bewertung weiterhin schwierig, betont der RKI. "Zum einen suchen zwischen Weihnachten und Neujahr meist weniger Personen einen Arzt auf und es werden keine Screening-Tests am Arbeitsplatz, in der Schule und in Kitas durchgeführt. Deswegen werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt." Außerdem hätten nicht alle Arztpraxen und Labore über die Feiertage und "zwischen den Jahren" durchgehend geöffnet. Das RKI rechnet damit, dass es zu Korrekturen und Nachmeldungen kommen wird. "Die dargestellten Zahlen stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine saisonbedingte Untererfassung dar."

RKI: Gefährdung für Ungeimpfte sehr hoch

Die Gesundheitsämter hatten zuletzt insgesamt 42.770 Neuinfektionen und 383 weitere Tote gemeldet. Das waren 2157 Fälle weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 44.927 Positivtests gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 207,4 von 205,5 am Vortag.

Die Infektionsgefährdung schätzt das RKI für Ungeimpfte aktuell als sehr hoch ein, für Genesene und Geimpfte mit zweimaliger Impfung als hoch und für Geboosterte als moderat. Ursache hierfür sei die rasante Verbreitung der Omikron-Variante, die sich "nach derzeitigem Kenntnisstand aus anderen Ländern deutlich schneller und effektiver verbreitet als die bisherigen Virusvarianten". Grundsätzlich sollten alle nicht notwendigen Kontakte reduziert und Reisen vermieden werden, rät das RKI. Sofern Kontakte nicht gemieden werden können, sollten sie auf einen engen, gleichbleibenden Kreis beschränkt werden, Masken getragen, Mindestabstände eingehalten und die Hygiene beachtet werden.

Quelle: ntv.de, kst

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