Panorama

Russischer Raketentest Radioaktive Stoffe bei Explosion ausgetreten

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Der Unfall ereignete sich Anfang August auf dem militärischen Gelände Njonoksa.

(Foto: REUTERS)

Um einen Unfall auf einem russischen Militärgelände Anfang August mit mehreren toten Wissenschaftlern ranken sich viele Spekulationen. Zunächst heißt es von den Behörden, es wurden keine schädlichen Stoffe freigesetzt. Nun müssen die Verantwortlichen ihre Angaben revidieren.

Die Behörden in Russland haben nach der Explosion auf einem Militärstützpunkt in der russischen Arktis radioaktive Stoffe in der Luft registriert. Dabei gehe es um Strontium, Barium und Lanthan, zitierte die Agentur Interfax die staatliche Wetterbehörde. Die Stoffe seien in Proben gewesen, die nach dem Unfall genommen worden seien. Die Isotope hätten keine Bedrohung für die Bevölkerung dargestellt, erklärte Alexander Uwarow von der unabhängigen Nachrichtenseite AtomInfo.ru.

Um die Explosion, die am 8. August bekannt geworden war, ranken sich viele Spekulationen. Der atomare Unfall ereignete sich auf einer Plattform im Meer auf dem Testgelände Njonoksa, das rund 30 Kilometer von der Stadt Sewerodwinsk entfernt ist. Die Agentur RIA berichtete zunächst unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, schädliche Substanzen seien nicht freigesetzt worden. Eine Sprecherin der Behörden in der nördlichen Stadt Sewerodwinsk erklärte dann, es habe einen kurzfristigen Anstieg der Radioaktivität gegeben.

Die staatliche Wetterbehörde erklärte später, die Strahlung sei an dem Unglückstag um das vier- bis 16-fache gestiegen. Der Höchstwert der atomaren Verstrahlung wurde mit 1,78 Mikrosievert pro Stunde angegeben. Der natürliche Wert im Raum von Sewerodwinsk liege bei 0,11 Mikrosievert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt das Krebsrisiko erst ab 50.000 Mikrosievert.

Die Behörden empfahlen den Bürgern des Dorfes Njonoksa dennoch, ihren Wohnort zu verlassen. Dies wurde mit nötigen Maßnahmen des Militärs begründet. Experten aus Norwegen zufolge gab es an dem Tag des Vorfalls zudem eine zweite Detonation in der Gegend.

Aus US-Regierungskreisen hieß es zuletzt, die Explosion habe mit dem russischen Programm zur Entwicklung von Hyperschall-Marschflugkörpern zu tun. Diese Raketen sollen nach russischen Angaben deutlich schneller als bisherige fliegen und für die US-Raketenabwehr unerreichbar sein. Bei der Explosion auf dem Testgelände um den 8. August herum starben den Behörden zufolge fünf Wissenschaftler, drei wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/AFP

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