Panorama

Filmreife Flucht aus dem Gericht Räuber entwischt durchs Klofenster

Amtsgericht Eschweiler. Im Hauptsaal wird die Anklageschrift gegen Carsten Begaß verlesen. Dieser unterbricht und bittet darum, auf die Toilette gehen zu dürfen. Danach ward er nicht mehr gesehen. Die Polizei warnt: Wer den Mann sieht, sollte gleich die 110 anrufen.

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Gesucht wird Carsten Begaß. (Polizeifoto)

(Foto: Polizei Aachen)

Die Kriminalpolizei Aachen fahndet nach Carsten Begaß. Der 25-Jährige aus Stolberg legte eine filmreife Flucht aus dem Gerichtsgebäude in Eschweiler hin. Wie der "Kölner Express" berichtet, war Begaß wegen räuberischer Erpressung angeklagt und gab während der Hauptverhandlung im Amtsgericht am Mittwochmorgen an, er müsse mal auf die Toilette. Dem wurde zugestimmt.

Bei seinem Toilettengang wurde er von zwei Justizbeamten begleitet. "Sie haben sich vor­schrifts­mä­ßig ver­hal­ten, vor der Toi­let­ten­box auf den An­ge­klag­ten ge­war­tet", er­klärte Rai­ner Har­na­cke, Di­rek­tor des Amts­ge­richts Eschweiler der "Bild"-Zeitung.

Begaß nutz­te offenbar die Se­kun­den ohne Auf­sicht. Er öff­ne­te das Toilettenfens­ter und sprang aus acht Metern Höhe in die Frei­heit. Er sei durch ein dünnes Dach geknallt, dann über ein zwei Meter hohes Tor geklettert und anschließend über den Stadtgarten in Richtung Innenstadt entwischt.

Erst eine Woche zuvor war Begaß vom Aachener Landgericht wegen eines weiteren Raubüberfalls zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt worden.

Polizei warnt: Begaß ist gewalttätig

Carsten Begaß ist 1,78 Meter groß, athletisch und auffallend muskulös. Er hat eine Bodybuilder-Figur. Er trägt kurze blonde Haare und einen Dreitagebart. Bei seiner Flucht trug er einen schwarzen "Adidas"-Jogginganzug mit silber-schwarzen Streifen und schwarze Turnschuhe.

Die Fahndung läuft. Der Gesuchte ist nach Einschätzung der Polizei äußerst aggressiv. Zeugen sollten ihn deshalb nicht ansprechen, sondern sofort die Notrufnummer 110 anrufen.

Quelle: n-tv.de, dsi