Panorama

Falsche Polizisten in Brasilien Räuberbande erbeutet über 700 Kilo Gold

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Eines der gefälschten Polizeiautos wird abtransportiert.

(Foto: AP)

Vom Flughafen São Paulo aus soll Gold ins Ausland geflogen werden. Doch dazu kommt es nicht, denn als Polizisten verkleidete Räuber zwingen die Angestellten, die mehr als 700 Kilo des Edelmetalls in ihr Fahrzeug zu laden. Auch die darauffolgende Flucht ist filmreif.

Verkleidet als Polizisten haben schwerbewaffnete Verbrecher am Flughafen von São Paulo Medienberichten zufolge mehr als 700 Kilogramm Gold im Wert von rund 29 Millionen Euro erbeutet. Die acht maskierten Täter fuhren mit zwei falschen Polizei-Geländewagen zum Frachtterminal des Flughafens Guarulhos, wie es unter Berufung auf die brasilianische Polizei hieß. Dort hätten sie die Angestellten gezwungen, das Gold mit einem Gabelstapler in eines der Autos zu laden.

Der filmreife Überfall, bei dem kein Schuss gefallen sei, habe nur etwa zweieinhalb Minuten gedauert. Sicherheitskameras hielten das Geschehen fest. Die Bande hatte zuvor die achtköpfige Familie eines leitenden Logistikmitarbeiters als Geiseln genommen, wie das Portal "O Globo" schrieb.

Auf diese Weise hätten die gut organisierten Täter Informationen zum genauen Verladeort des Goldes erpresst. Dieses hätte nach Zürich und New York geflogen werden sollen. Über die genaue Menge gab es unterschiedliche Angaben. Es sollen zwischen 720 und 750 Kilogramm gewesen sein.

Die mit Gewehren und Pistolen bewaffneten Verbrecher hätten auf der Flucht mehrmals die Autos gewechselt und die Beute auch in einem Krankenwagen transportiert. Die beiden falschen Polizeiwagen seien wenige Kilometer vom Flughafen entfernt in einer Lagerhalle gefunden worden. Die Räuber hatten die "geklonten" Tatfahrzeuge demnach wie Einsatzwagen der "Polícia Federal" (Bundespolizei) aussehen lassen. Die Familie des Logistikmitarbeiters sei nach rund 20 Stunden unversehrt freigekommen. Eine Großfahndung sei im Gange.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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