Panorama

300 Polizisten im Einsatz Razzia bei Abou-Chaker-Clan

In Berlin und Brandenburg läuft eine Razzia im Umfeld des Clan-Chefs Arafat Abou-Chaker. Laut Polizei geht es unter anderem um Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Zahlreiche Objekte werden durchsucht, darunter offenbar auch seine Villa in Kleinmachnow.

In Berlin und Brandenburg hat am Morgen eine großangelegte Razzia gegen den Abou-Chaker-Clan begonnen. 300 Einsatzkräfte waren laut Polizeiangaben seit 6 Uhr an 18 Orten im Einsatz, um mehrere Wohn- und Geschäftsadressen zu durchsuchen. Der Haupttatverdächtige ist Medienberichten zufolge der Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker. Es gehe um den Verdacht von Betrug, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Verstößen gegen die Abgabenordnung.

Durchsucht wurde neben einem Bürokomplex im Bezirk Treptow-Köpenick unter anderem die Villa in Kleinmachnow, in der Abou-Chaker wohnt. Auch Objekte in der Schweiz stünden auf der Liste der Ermittler. Das SEK und die Steuerfahndung seien beteiligt. Unter Verdacht stehen vier Beschuldigte, die "teilweise dem Bereich der Organisierten Kriminalität zuzurechnen sind", teilte die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mit. Um wen es sich dabei konkret handelt, sagten Staatsanwaltschaft und Polizei bisher nicht.

Bei dem Einsatz gehe es um den Verdacht "von Steuerstraftaten in erheblichem Zusammenhang mit Managementleistungen innerhalb der Rapszene". Haftbefehle seien nicht vollstreckt worden, trotzdem hatten die Beamten Arrestbeschlüsse dabei, die sich jedoch gegen Sachwerte richteten. Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro wurde vorläufig sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft schrieb. Kriminalpolizei und Steuerfahndung beschlagnahmten schriftliche Unterlagen und Datenträger.

Norbert Cioma, Landesvorsitzender der Berliner Polizeigewerkschaft, begrüßte den Einsatz: "Clans wie die Abou-Chakers haben in den letzten Jahren viel illegales Geld in den legalen Kreislauf gespeist, mit Drogengeschäften, Schutzgelderpressung und anderen kriminellen Einnahmequellen Immobilien und andere Luxusgüter finanziert. In unserem Geldwäscheparadies werden jährlich mehr als 100 Milliarden Euro gewaschen."

Aktuell läuft gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder außerdem ein Prozess am Berliner Landgericht. Dem 44-Jährigen werden Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido zur Last gelegt. Der Musiker soll laut Anklage im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein. Der Hauptangeklagte und Bushido galten einst als Partner im Musikgeschäft, bis Bushido die Zusammenarbeit 2017 beendete.

Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/AFP

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