Panorama

"Am besten bleiben alle zuhause" Regierung bittet um Verzicht auf Reisen

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Die Züge dürften voller werden als zuletzt. Die Bahn rechnet jedoch mit einer geringeren Auslastung als noch im vergangenen Jahr.

(Foto: dpa)

Kurz vor Weihnachten beginnt normalerweise in Deutschland eine Reisewelle: Kinder fahren zu ihren Eltern, Oma und Opa machen sich auf den Weg zu den Familien der Enkel. Doch in diesem Jahr bittet die Bundesregierung um Zurückhaltung, damit "Weihnachten nicht zu einer Verschlimmerung der Lage" beiträgt.

Die Bundesregierung hat angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen erneut eindringlich dazu aufgerufen, über Weihnachten auf Kontakte zu verzichten. "Vermeiden Sie zu reisen. Vermeiden Sie, so es irgendwie geht, auch den Besuch bei Verwandten und Freunden", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. "Wenn Weihnachten nicht zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage beitragen soll, dann gilt, dass wir am besten alle zuhause bleiben." Nach wie vor steckten sich viel zu viele Menschen an. Große Vorsicht und Umsicht seien weiter geboten.

Tatsächlich dürften sich im Verlauf der Woche viele Deutsche auf Reisen innerhalb des Landes begeben, um Verwandte zu Weihnachten zu sehen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, rechnet das Unternehmen damit, dass ihre Züge zu Weihnachten wieder etwas voller werden. Allerdings werden nach den Prognosen noch immer deutlich weniger Passagiere reisen als sonst zu den Feiertagen üblich.

"Für den Weihnachtsreiseverkehr gehen wir aktuell von einer durchschnittlichen Auslastung von circa 35 bis 40 Prozent aus", teilte eine Sprecherin mit. "In der Spitze kann die Auslastung bei um die 60 Prozent auf einzelnen Abschnitten liegen", erklärte die Sprecherin. In den vergangenen Jahren habe die Auslastung zu Weihnachten bei durchschnittlich 70 Prozent und in der Spitze bei bis zu 100 Prozent gelegen.

Nur kleinere Zusammenkünfte erlaubt

Bundesweit gelten derzeit Kontaktbeschränkungen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In der Regel sind nur kleinere Zusammenkünfte erlaubt. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass ein Haushalt an Weihnachten von vier weiteren Personen besucht werden darf, Kinder unter 14 Jahren nicht mit eingerechnet. Die Länder haben diese Vorgabe teils etwas abweichend umgesetzt.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag bekannt gab, wurden 16.643 neue Infektionsfälle binnen eines Tages gemeldet - am Montag vergangener Woche waren es 16.362 gewesen. Die Zahlen sind generell zu Wochenbeginn meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Gesundheitsämter meldeten zudem jetzt 226 neue Todesfälle in 24 Stunden.

*Datenschutz

Bundesweit gibt es nun 197 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - Bund und Länder wollen diesen Wert mit einem Lockdown auf unter 50 drücken. Aktuell liegen aber allein sechs Länder über der Marke von 200, darunter Sachsen mit dem Höchstwert von 444 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa