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Landebahn verfehlt Regierungsjet bei Notlandung beschädigt

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Den Piloten gelang nur mit großer Mühe, die Maschine auf dem Flughafen Schönefeld zu landen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen eines Steuerungproblems kehrt ein Regierungsflieger kurz nach dem Start um. Die Piloten müssen unter schwierigen Bedingungen landen. Die Maschine wird erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Erst jetzt wird klar, wie brenzlig die Situation tatsächlich war.

Die Regierungsmaschine der Flugbereitschaft, die am Dienstag bei einer Notlandung in Berlin-Schönefeld nur knapp einem Unglück entgangen ist, wurde dabei nach einem "Spiegel"-Bericht schwerbeschädigt. Bundeswehr-Techniker hätten an dem Flugzeug vom Typ Global 5000 des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier "erhebliche strukturelle Beschädigungen" durch Knick- und Stauchungsschäden an beiden Tragflächen festgestellt, schreibt das Magazin unter Berufung auf interne Papiere der Bundeswehr.

Möglicherweise sei der Rumpf verzogen, jedenfalls habe sich bei der Bruchlandung die Kabinenverkleidung gelöst. Das Flugzeug war nach Angaben der Luftwaffe gerade bei einer mehrwöchigen Wartung beim Hersteller in Schönefeld gewesen und auf dem Weg zurück nach Köln. Laut einem Ablaufprotokoll registrierten die Piloten schon kurz nach dem Start in etwa 6000 Metern Höhe "erste gravierende Probleme mit der Flugsteuerung", wie der "Spiegel" weiter berichtet. Das Flugzeug reagierte demnach nicht auf Steuereingaben.

Die Piloten entschieden sich zur Umkehr. Bei dem Notlandemanöver kippte der Jet dann dem Bericht zufolge in etwa 300 Meter Höhe plötzlich extrem nach rechts und verfehlte die Landebahn. Mit dem Seitenruder bekam der Pilot ihn mühsam wieder unter Kontrolle und konnte ihn auf dem Vorfeld des Flughafens auf den Boden bringen. Danach schlitterte er über Rasenflächen und mehrere Rollwege bis zur Landebahn. Der Flieger schrammte nach Angaben der Luftwaffe mit beiden Tragflächen den Boden. Ein Sprecher der Luftwaffe sprach später von einer "fliegerisch brenzligen Situation".

Betrieb am Flughafen gestört

Die Ermittler vermuten laut "Spiegel", dass die Spoiler auf den Tragflächen bei der externen Wartung falsch eingestellt worden sein könnten. Die Klappen unterstützen normalerweise sowohl Brems- als auch Lenkbewegungen. In Schönefeld war es durch die Notlandung zu Störungen im Flugbetrieb gekommen. Nach der Landung der Bundeswehrmaschine wurden andere Flugzeuge zum Flughafen Tegel umgeleitet, die Abfertigung war zwischenzeitlich eingestellt.

Die Luftwaffe hat vier Bombardier Global 5000. Die Cityjets werden von der Flugbereitschaft auf Kurz- und Mittelstrecken unter anderem für den Transport von Mitgliedern des Parlaments und der Regierung eingesetzt. Die Maschinen bieten Platz für kleinere Delegationen von bis zu 13 Passagieren.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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