Panorama

Brandkatastrophe in Griechenland Retter suchen noch Dutzende Vermisste

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Die Feuerwand fraß sich bei Mati bis hinunter ans Meer: Helfer suchen nach Hinweisen auf den Verbleib der vermissten Personen.

(Foto: AP)

Zwei Tage nach dem Ausbruch der katastrophalen Waldbrände im Osten Athens steht die Zahl der Todesopfer noch immer nicht endgültig fest. In den von den Flammen verwüsteten Gebieten suchen Helfer weiter nach Dutzenden vermissten Menschen.

Bei den verheerenden Bränden in Griechenland sind mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen, wie eine Sprecherin der griechischen Feuerwehr am zweiten Tag nach Beginn der Katastrophe mitteilte. Die Zahl der Todesopfer könnte allerdings weiter steigen, warnte sie. Noch immer gebe es Dutzende Vermisste. Die Suche nach diesen Menschen dauere an.

Die Brände im Großraum Athen waren am Montagnachmittag ausgebrochen und hatten sich - angefacht von starken Winden - rasant ausgebreitet. Besonders betroffen war die Region im Osten der griechischen Hauptstadt, wo die Flammen die Gemeinde Mati, ein Stadtteil der Hafenstadt Rafina, nahezu komplett zerstörten. Bürgermeister der Region befürchten, dass die Zahl der Toten sogar in den dreistelligen Bereich steigen könnte.

Im Katastrophengebiet setzen Rettungsmannschaften und freiwillige Helfer die Suche nach weiteren Opfern in den verbrannten Häusern und Wohnungen fort. Griechische Medien berichteten, es seien dabei weitere Leichen entdeckt worden. In den von ausgeglühten Autowracks blockierten Straßen laufen die Aufräumarbeiten langsam an.

Verwandte der Vermissten richteten im Internet ein inoffizielles Informationsportal mit Fotos der Menschen ein, deren Schicksal bislang noch ungeklärt ist. Vermisst werden demnach Personen aller Altersgruppen, darunter auch mehrere Kinder.

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Vielen Anwohnern blieb nicht genug Zeit zur Flucht: Hinter diesem Tor entdeckten Helfer mehrere Opfer.

(Foto: REUTERS)

Die griechische Feuerwehr erhält mittlerweile internationale Unterstützung: Im Westen Athens sprangen rund 60 zyprische Feuerwehrleute, die am Dienstagabend als Teil der EU-Hilfe nach Griechenland gekommen waren, bei andauernden Bekämpfung der Brände ein. Einzelne Einheiten der griechischen Feuerwehr sind teils seit mehr als 48 Stunden im Einsatz. Am Mittwochvormittag sollen auch zwei italienische Löschflugzeuge eingesetzt werden. Ein rumänisches Löschflugzeug sollte am Nachmittag dazustoßen.

EU schickt Nothelfer nach Griechenland

"Wir sind bereit, falls es von der griechischen Seite beantragt werden sollte, weitere Hilfe zu leisten", erklärte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianidis im griechischen Fernsehen. Er war kurz zuvor in Athen eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Stylianidis wertete die verheerenden Brände auch als Folge des Klimawandels. "Der Klimawandel ist keine 'Fake News'", sagte Stylianidis. Das sei daran zu erkennen, dass dieses Jahr schwere Brände nicht nur im Süden, sondern auch im Norden Europas wie beispielsweise in Schweden toben.

Die meisten Brände, die bewohnte Gebiete bedrohten, seien mittlerweile unter Kontrolle, teilten die Behörden mit. Lediglich auf dem Berg Gerania im Westen Athens gebe es derzeit noch einen größeren Brandherd im Bereich des Gipfels. Die Region liegt rund 70 Kilometer westlich von Athen. Mit den einsetzenden Niederschlägen dürfte sich die Lage weiter entspannen, hieß es.

Auch aus Deutschland soll die von den jüngsten Großfeuern betroffenen Staaten Europas Unterstützung kommen. Außer in Griechenland kämpfen Feuerwehrleute auch in Schweden und im Baltikum gegen ungewöhnlich verheerende Waldbrände. "Wir stehen in diesen schweren Stunden fest an der Seite unserer europäischen Partner und Freunde", versicherte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin.

"Griechenland, Schweden und Lettland können sich unserer Unterstützung bei der Bewältigung der Brandkatastrophe gewiss sein." Am Vortag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits ein Kondolenztelegramm an den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras geschickt und ihm Deutschlands Solidarität zugesichert.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa