Panorama

Großfeuer legt Flughafen lahm Rom-Fiumicino streicht Flüge

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Ruß und Rauchgase im Terminal 3: Noch während die Brandermittler Beweismittel sichern, rücken in Rom-Fiumicino die ersten Arbeiter an.

(Foto: REUTERS)

Der Brand im Terminal des italienischen Hauptstadtflughafens sorgt im Flugreiseverkehr weiter für massive Behinderungen. Auch am Tag 2 nach dem Brand fallen am Aeroporto "Leonardo da Vinci" zahlreiche Verbindungen aus.

Nach dem Brand auf dem internationalen Flughafen von Rom müssen Flugreisende auch am Freitag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Flughafenverwaltung habe alle Fluggesellschaften aufgefordert, wegen der Schäden in Terminal 3 etwa die Hälfte ihrer für Freitag geplanten Flüge zu streichen, teilte die italienische Airline Alitalia mit.

Wie andere Fluggesellschaften auch wollte Alitalia die Auswirkungen der Flugstreichungen eindämmen, indem größere Flugzeuge als ursprünglich vorgesehen zum Einsatz kommen. Alitalia bot seinen Passagieren bis Sonntag an, ihre Flüge umzubuchen oder den Ticketpreis erstattet zu bekommen. Auch andere Airlines kamen ihren Kunden auf ähnliche Weise entgegen.

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Airport-Angestellte mit Maske: In den Abfertigungshallen hängt der Gestank.

(Foto: REUTERS)

Brandschutz am Flughafen

Am Donnerstag war am Flughafen Rom-Fiumicino im Westen Roms kurz nach Mitternacht ein Feuer ausgebrochen. Der Brandherd lag ersten Erkenntnissen zufolge im Geschäftsbereich von Terminal 3. Ursache war nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde womöglich ein Kurzschluss.

Der internationale Großflughafen mit dem Beinamen "Leonardo da Vinci" ist der größte der drei Hauptstadt-Airports und der mit Abstand wichtigste Flughafen Italiens. Zuletzt verzeichnete der Betreiber knapp 40 Millionen Passagiere pro Jahr. Rom-Fiumicino (IATA-Code: FCO, umgangssprachlich Aeroporti di Roma, ADR) ist damit sowohl gemessen an der Zahl Reisenden, als auch an der Zahl der Flugbewegungen das wichtigste Drehkreuz im italienischen Luftverkehr. Die Fluggesellschaft Alitalia unterhält hier ihre Heimatbasis.

Der Großbrand erweist sich damit als erhebliche Belastung: Die Feuerwehr konnte das Feuer erst nach fünf Stunden löschen. Das Terminal, eines von insgesamt vier an dem Flughafen, war zum Zeitpunkt des Brandes weitgehend menschenleer, daher gab es kaum Verletzte. Lediglich drei Airport-Mitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen. Noch am Vormittag waren über dem Flughafengelände dichte Qualmwolken zu sehen.

Zeitweise voll gesperrt

Wegen der Dauer der Löscharbeiten und des Ausmaßes der Schäden entschieden die Behörden, den Flughafen zunächst vollständig zu sperren. Auch der Straßen- und Zugverkehr nahe des Flughafens war zwischenzeitlich beeinträchtigt. Erst am Donnerstag gegen 14.00 Uhr konnte der erste Flug nach dem Feueralarm wieder starten. Danach gab es noch stundenlange Verspätungen und lange Schlangen in den Abflughallen.

Nach dem Brand wurde Kritik an der privaten Flughafengesellschaft ADR laut. "Man muss fragen, warum das Unternehmen, das den Flughafen betreibt, keine angemessenen Pläne vorbereitet hatte, um mit einem solchen Ereignis umzugehen", sagte der Abgeordnete Michele Anzaldi. "Es gab keinen Plan B", bemängelte der Mitte-links-Politiker.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP

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