Panorama

Nicht auf Omikron-Vakzin warten STIKO will Viertimpfung ab 60 Jahren empfehlen

b037c3d20bf91f526a3fbf90e358a898.jpg

Eine neue Impfkampagne soll laut STIKO "ab Mitte September begonnen werden".

(Foto: dpa)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Bisher rät die STIKO lediglich Menschen ab 70 Jahren und Risikogruppen zu einer vierten Impfung. Nun soll die Altersempfehlung einem Bericht zufolge um zehn Jahre herabgesetzt werden. Von einem Aufschub der Impfung, bis angepasste Impfstoffe erhältlich sind, halten die Experten nichts.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) will einem Medienbericht zufolge allen Menschen zwischen 60 und 69 Jahren eine vierte Impfung gegen das Coronavirus empfehlen. Laut einem Entwurf, über den die "Bild"-Zeitung berichtet, dürfe die Auffrischungsimpfung aber nur dann vorgenommen werden, wenn die letzte Impfung oder eine Infektion mindestens sechs Monate zurückliegt. Nur in "begründeten Einzelfällen" dürfe der Abstand "auf vier Monate reduziert werden", zitiert das Blatt aus dem Beschlusspapier.

Für jüngere und gesunde Menschen will die STIKO demnach keine Empfehlung für eine vierte Impfung aussprechen. "Nach derzeitigem Kenntnisstand" würden diese Menschen von einer vierten Impfung "nicht nennenswert" profitieren, heißt es weiter. Lediglich Personen im Alter ab fünf Jahren "mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung" sollten ebenfalls eine vierte Impfung erhalten. Genannt werden etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine entsprechende Impfkampagne solle "ab Mitte September begonnen werden", so die Empfehlung, "um einen optimalen Schutz im kommenden Herbst beziehungsweise Winter zu erzielen". Ausdrücklich spricht sich die STIKO laut Bericht dagegen aus, auf einen Omikron-Impfstoff zu warten und dafür eine Impfung mit dem alten Impfstoff aufzuschieben. "Sobald Varianten-adaptierte Impfstoffe zugelassen und verfügbar sind, wird die STIKO die Evidenz aufarbeiten und ihre Empfehlung gegebenenfalls anpassen", heißt es weiter.

Bisher nur Impfempfehlung für 70 plus

Mehr zum Thema

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte vergangene Woche mit Blick auf die vierte Impfung klare Empfehlungen für sämtliche Altersgruppen gefordert: "Wir sollten nicht nur sagen, was die über 70-Jährigen machen sollen. Wir müssen auch eine Antwort für den 40-Jährigen haben", hatte der SPD-Politiker erklärt. Auch die Jüngeren wollten wissen, was sie machen sollen. "Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen."

Die Frage sei, ob sich etwa ein 40-Jähriger auf keinen Fall impfen lassen solle oder nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei sehr vielen Kontakten am Arbeitsplatz, oder nur, wenn der Hausarzt das empfehle. "Man braucht für jedes Alter eine Botschaft. Spätestens, wenn die neuen Impfstoffe da sind, sollte es klare Ansagen auch für die unter 60-Jährigen geben", verlangte Lauterbach. Die STIKO empfiehlt bislang nur Menschen ab 70 Jahren sowie Risikogruppen die vierte Impfung.

Quelle: ntv.de, jug

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen