Panorama

Grausiger Totenkult am Grab? Schädel von "Nosferatu"-Regisseur geklaut

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Murnaus Vampir "Graf Orlok" gilt als grauenerregendste Figur des damaligen Kinos.

(Foto: imago stock&people)

Die Wärter auf einem Berliner Friedhof machen eine unheimliche Entdeckung: Das Familiengrab des "Nosferatu"-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau ist offen und der Kopf des berühmten Filmemachers fehlt. Dafür finden die Ermittler Kerzenreste am Grab.

Der Schädel des Stummfilm-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) ist vom Friedhof in Stahnsdorf bei Berlin gestohlen worden. Die Friedhofsverwaltung bemerkte die grausige Tat bereits am Montagmorgen, wie die "Bild"-Zeitung meldet. In der Familiengruft liegen auch seine beiden Brüder. Deren Gebeine seien unberührt, daher gehen die Ermittler von einer gezielten Tat aus. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Störung der Totenruhe und Diebstahl.

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Das Familiengrab der Murnaus auf dem Friedhof bei Berlin.

(Foto: twitter.com/rbbonline)

"Wir können nicht ausschließen, dass die Tat einen okkulten Hintergrund hat", erklärt ein Polizeisprecher. Hinweise darauf geben offenbar die Wachsreste, die am Tatort gefunden worden sind.

Grab ist Touristenmagnet

Mit seinem Horror-Streifen "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (1922) hat der gebürtige Bielefelder Friedrich Wilhelm Murnau Filmgeschichte geschrieben. Der Stummfilm erzählt vom Grafen Orlok, einem Vampir aus den Karpaten, der aus Liebe zu einer schönen Frau Schrecken über deren Heimatstadt bringt. Murnaus Vampir gilt als grauenerregendste Figur des damaligen Kinos.

Noch heute kommen Touristen aus aller Welt, um das Grab des Filmemachers zu besichtigen, der 1931 bei einem Autounfall in Kalifornien ums Leben kam. Ob das weiterhin möglich ist, ist allerdings unklar. Denn wie Friedhofsleiter Olaf Ihlefeldt der "Bild"-Zeitung sagte, werde jetzt über eine Versiegelung der Gruft beraten: "Vielleicht bestatten wir Murnau auch unter der Erde."

Die Friedhofsverwaltung überlegt nun, ob sie die Grabkammer dauerhaft mit einer Mauer versiegelt oder den Leichnam Murnaus gesondert bestattet und vergräbt. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sich Unbekannte Zugang zur Gruft verschafften, hieß es.

Quelle: n-tv.de, hla/spot