Panorama

Ein Gefallen für den Kellner Schettino sagt vor Gericht aus

32 Menschen starben 2012, als die Costa Concordia havarierte. Deren Kapitän Schettino steht fast zwei Jahre später vor Gericht. Er verteidigt die damalige Kursänderung, die das Schiff zu nah an die Insel Giglio führte - und nennt auch Gründe dafür.

Der Unglückskapitän der Costa Concordia hat bei seiner ersten Aussage vor Gericht die gefährliche Kursänderung des Schiffs gerechtfertigt. Die Tatsache, dass die Costa so nahe an die Insel Giglio gefahren sei, habe auch kommerzielle Gründe gehabt, sagte Francesco Schettino vor Gericht im toskanischen Grosseto.

Zudem habe er damit einem Kellner einen Gefallen tun wollen, der von der Insel stammt. Die Reederei habe er über die Kursänderung nicht informieren müssen. Der 54-Jährige muss sich seit knapp eineinhalb Jahren wegen fahrlässiger Tötung in mehreren Fällen, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffs in Seenot verantworten. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Bei dem Manöver, das als Spektakel für die Passagiere galt, hatte die Costa am 13. Januar 2012 einen Felsen gerammt. Die Costa war mit rund 4200 Menschen an Bord havariert, 32 Menschen starben. Unter den Toten waren auch 12 Deutsche. Schettino wird vorgeworfen, das Schiff zu früh verlassen zu haben.

Der Kapitän hatte den kenternden Koloss in einem Rettungsboot verlassen, obwohl noch Menschen an Bord waren. Nach eigener Darstellung war er in das Rettungsboot gefallen und dann an Land geblieben, um von dort aus die Rettungsarbeiten zu koordinieren.

Schettino erschien im grauen Anzug und mit Sonnenbrille im Teatro Moderno. Der Kapitän wollte bei der live übertragenen Verhandlung nicht gefilmt werden. Der Prozess hatte im Juli 2013 begonnen, war aber immer wieder unterbrochen worden. Das Wrack der Costa Concordia wurde im Juli zum Verschrotten nach Genua geschleppt.

Quelle: ntv.de, mli/dpa