Panorama

Flughafen wird Drogen-Drehkreuz Schmuggler lieben Düsseldorf

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Schön nah an den Niederlanden, nicht so scharfe Kontrollen wie in Amsterdam: Drogenschmuggler bevorzugen Düsseldorf.

(Foto: dpa)

Düsseldorf ist eine schöne Stadt am Rhein - doch das ist nicht der Grund, warum zurzeit auffallend viele Menschen aus der Karibik dorthin reisen. Es ist eher die Nähe zu den Niederlanden. Der Flughafen entwickelt sich zum Drehkreuz für Drogenhandel.

Die EU kämpft gegen den internationalen Drogenhandel - doch es gibt ein Schlupfloch an ihrer Grenze, das sie nicht schließen kann: Curaçao. Die Karibikinsel gehört zum Staatsgebiet der Niederlande und ist damit ein Teil der EU wie andere Staaten auch. Das machen sich Drogenschmuggler zu Nutze. Eine neue Schmuggelroute nimmt dort ihren Anfang - ihr Ende liegt in Deutschland. Wie der "Spiegel" berichtet, wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Passagiere wegen Kokainschmuggels am Flughafen Düsseldorf festgenommen.

Jeden Mittwoch lande ein Direktflug von der zu den Niederlanden gehörenden Insel in Düsseldorf. "Bei fast jedem Flug treffen wir auf Kokainschmuggler", sagte der Präsident des Zollkriminalamts (ZKA), Norbert Drude, dem Magazin. Bis Ende November 2014 habe der Zoll mehr als 130 Kilogramm Kokain sichergestellt - fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Zumeist hätten die Schmuggler die Droge in magensaftresistenten Beuteln verschluckt. "Seit die Niederländer am Flughafen Schiphol sämtliche Passagiere aus der Karibik kontrollieren, weichen die Täter auf das grenznahe Düsseldorf aus", sagte Drude.

Hunderte Kilo im Dezember sichergestellt

Die meisten Kuriere hätten Tickets für die Weiterreise in die Niederlande oder würden von Mittelsmännern am Flughafen Düsseldorf abgeholt. Bewohner von Curaçao können visumfrei in die EU einreisen. Das Kokain wird zumeist vom südamerikanischen Festland auf die vor Kolumbien und Venezuela liegende Insel gebracht und dann weiter nach Europa geschmuggelt.

Im Dezember stellte die Polizei Hunderte Kilo Kokain sicher. 33 Kilo entdeckten Mitarbeiter einer Berliner Firma in einer Lieferung Rohkaffee aus Brasilien. Hamburger Zollfahnder beschlagnahmten 384 Kilo Kokain im Wert von mehreren Millionen Euro. Die Beamten hätten die Drogen in einem Container im Hafen entdeckt.

Der litauische Zoll entdeckte 116 Kilogramm Kokain ebenfalls im Dezember in der Ostseestadt Klaipeda. Beim Schlag gegen organisierte Banden in Mittelamerika und der Karibik nahm Interpol in den ersten beiden Dezemberwochen in 39 Ländern in Nord- und Südamerika sowie Europa 422 Verdächtige fest.

Quelle: n-tv.de

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