Verdacht auf AllergieschockSchüler stirbt während Klassenfahrt - Ermittlungen gegen Lehrer

In einem Schullandheim in Niedersachsen bricht ein Junge nach dem Mittagessen zusammen und stirbt wenig später. Als Todesursache steht ein anaphylaktischer Schock im Raum. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Nach dem Tod eines elfjährigen Schülers während einer Klassenfahrt in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen zwei Lehrkräfte. Ermittelt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde. Weitere Details zu den Vorwürfen nannte sie nicht, für die Tatverdächtigen gelte die Unschuldsvermutung.
Der Junge hatte am 18. Juni in einem Schullandheim in Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont über Atemnot geklagt und das Bewusstsein verloren. Er musste reanimiert werden. Die Lehrkräfte leiteten Rettungsmaßnahmen ein und wurden telefonisch von der Rettungsleitstelle angeleitet. Ein Hubschrauber wurde alarmiert. Alle Rettungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Nach dem Vorfall hatte die Polizei mitgeteilt, es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.
Todesursache könnte anaphylaktischer Schock sein
Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gebe es Hinweise auf einen anaphylaktischen Schock als Todesursache - also eine lebensbedrohliche allergische Reaktion, sagte die Sprecherin. Der Elfjährige habe etwa allergisch auf Kuhmilch reagiert. Ob dies mit seinem Tod in Zusammenhang stehe, werde ermittelt, ebenso wie der Auslöser des möglichen anaphylaktischen Schocks. Sie sagte, die Staatsanwaltschaft habe ein allergologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses liege bisher nicht vor. Hinweise auf andere mögliche Todesursachen gebe es nicht.
Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, etwa 20 Minuten vor dem Zusammenbruch des Jungen soll es ein gemeinsames Mittagessen gegeben haben. Geklärt werden solle auch, was in diesen 20 Minuten vorgefallen sei. Für die Klassenfahrt hatte der Elfjährige den Angaben zufolge einen Notfall-Pen mit Adrenalin dabei - dieser kam aber nicht zum Einsatz.
Während des Einsatzes im Juni wurden rund 50 Schulkinder aus vierten Klassen einer Grundschule in der Region Hannover von den Lehrkräften betreut und von den Rettungsmaßnahmen ferngehalten worden. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Kinder und die Lehrkräfte.