Panorama

An Gedenktag für Martin Luther King Schützen eröffnen das Feuer auf Parade

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Schießerei am "Martin Luther King Tag": Unter den Verletzten in Miami sind auch mehrere Kinder.

(Foto: AP)

In einem Park in Miami feiern Hunderte Menschen den "Martin Luther King Day", als vermutlich mehrere Schützen in die Menge schießen. Mehrere Menschen werden verletzt - auch Kinder. Ob es ein gezielter Angriff auf Afroamerikaner war, ist unklar.

Während der Feierlichkeiten zum "Martin Luther King Day" (MLK) ist es am Montag (16 Uhr Ortszeit) in Miami im US-Bundesstaat Florida zu einer Schießerei gekommen. Wie der Sender NBC berichtete, wurden mindestens acht Menschen verletzt - darunter auch fünf Kinder. Sechs der Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Ein 20-jähriger Mann befinde sich derzeit noch in einem kritischen Gesundheitszustand. Zwei Kinder konnten mit "oberflächlichen Schusswunden" vor Ort behandelt werden.

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Zwei Verdächtige konnte die Polizei bereits festnehmen.

(Foto: AP)

Zwei Männer seien verhaftet worden und würden derzeit vernommen, hieß es vonseiten des Miami-Dade Police Departments. Die Behörden prüfen zudem, ob sich weitere Täter auf der Flucht befinden. In dem Park, in dem zum Zeitpunkt der Schießerei Hunderte Menschen den Feiertag zu Ehren des 1968 erschossenen schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. begingen, wurden zwei Waffen gefunden. Ob die Tat mit dem Gedenktag im Zusammenhang steht, ist noch nicht klar. Polizeichef Juan J. Perez sagte, die Schießerei sei "das beschämende Ende für die MLK-Parade".

Gewaltspirale dreht sich

In den vergangenen Monaten war es in den Vereinigten Staaten immer wieder zu Gewalttaten mit mutmaßlich rassistischem Motiv gekommen. Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze hatten zu einer Debatte über Rassismus bei den Sicherheitskräften und den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt gegen Schwarze ausgelöst sowie in mehreren Bundesstaaten zu Protesten geführt.

Parallel kam es zu einer Serie tödlicher Angriffe auf Polizisten. Am 7. Juli hatte ein Afroamerikaner in Dallas aus dem Hinterhalt fünf Polizisten erschossen, die einen Protestzug gegen Polizeigewalt gegen Schwarze absicherten. Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden. Der Täter, ein Irak-Veteran, hatte vor der Tat in sozialen Medien zur Gegenwehr aufgerufen.

Trump ruft zu Frieden auf

Der künftige US-Präsident Donald Trump, der während des Wahlkampfes immer wieder mit rassistischen oder spaltenden Aussagen über mexikanische Einwanderer und ausländische Muslime für Empörung gesorgt hatte, äußerte sich nicht zu der Schießerei in Miami. Er rief via Twitter dazu auf, den "Martin Luther King-Tag und all die vielen wunderbaren Dinge, für die er stand" zu feiern. "Ehrt ihn dafür, dass er der bedeutende Mann war, der er war!"

Zuvor war Trump heftig kritisiert worden, weil er den Kongressabgeordneten und einstigen Wegbegleiter von King, John Lewis, angegriffen hatte. Der 76-Jährige hatte Trump als illegitimen Präsidenten bezeichnet. Trump twitterte daraufhin, Lewis solle sich lieber um seinen Wahlkreis im Südstaat Georgia kümmern, der in einem "furchtbaren Zustand" und "kriminalitätsverseucht" sei.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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