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Katholische Einrichtung im Fokus Schule will homosexuellen Lehrer nicht

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Eine Katholische Schule zieht ein Anstellungsangebot eines homosexuellen Lehrers in Nordrhein-Westfalen zurück.

Reuters

Eigentlich liegt das Angebot schon auf dem Tisch. Doch als ein Lehrer bekannt gibt, seinen Lebensgefährten heiraten zu wollen, zieht eine Katholische Schule im Münsterland das Jobangebot zurück. Nun formiert sich Protest im Kollegium und der Schülerschaft.

Der Umgang mit einem homosexuellen Lehramtsanwärter an einer katholischen Privatschule im Münsterland sorgt für Wirbel. Der Mann hatte am Gymnasium Mariengarden in Borken sein Referendariat erfolgreich abgeschlossen. Im Anschluss sollte er dort als Lehrer angestellt werden. Als er dem Schulleiter von seiner Homosexualität berichtete und ankündigte, seinen Partner zu heiraten, sei das Vertragsangebot zurückgezogen worden. Das sagte der Sprecher des katholischen Oblaten-Ordens, Christoph Heinemann. Der Orden ist Schulträger. Mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.

"Der Heiratsplan widerspricht der kirchlichen Auffassung von Ehe und Familie", sagte Heinemann. Dabei sei den Beteiligten die Entscheidung nicht leichtgefallen. "Dass das bei vielen auf Unverständnis stößt, ist uns klar. Aber wir müssen hier eine einheitliche Linie fahren", sagte Heinemann. Der Lehrer könne mit seiner fachlichen Qualifikation auch anderswo eine Anstellung finden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen Schulleitung, Schulträger, Elternschaft, Kollegium und Schülervertreter, dass man sich weiterhin als offene Schule verstehe. "Viele Schüler, Lehrer, auch Eltern sind betroffen, irritiert oder empört", heißt es dort. Die 17-Jährige Schülersprecherin Lara Doods sagte in einem Gespräch mit dem "Spiegel":  "Seit einer Woche ist die Kündigung das Top-Gesprächsthema bei uns."

Mit einer Protestaktion wollen die Schüler nach Angaben der Schulleitung am Donnerstag ein Zeichen für Toleranz setzen.  Unter dem Hashtag #Mariengardenistbunt versuchen die Schüler, über die Social-Media-Kanäle auf den Vorfall aufmerksam zu machen. Der Schulträger begrüßte das Engagement. "Wir treten dafür ein, dass junge Menschen ihre Meinung sagen und sich auch engagieren für andere", sagte Heinemann. Es sei wichtig, in solch einer Situation ins Gespräch zu kommen.

Quelle: n-tv.de, nen/dpa

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