Unter Drogen und AlkoholSchwede soll Ehefrau zu Sex mit über 100 Männern gezwungen haben

Es klingt wie ein unvorstellbarer Albtraum, den eine Frau in Schweden wohl erleiden musste. Ihr Ehemann wird verdächtigt, sie anderen zum Sex angeboten zu haben. Die Staatsanwaltschaft identifiziert 120 Männer. Auch wegen weiterer Straftaten wird nun gegen den 60-Jährigen ermittelt.
Ein Schwede soll seine Ehefrau laut Medienberichten zu sexuellen Handlungen mit mindestens 120 Männern gezwungen haben. Die Taten sollen sich nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB über mehrere Jahre sowohl bei physischen Treffen als auch über das Internet abgespielt haben. Der Fall ist seit längerem bekannt. Der Mann, der in seinen Sechzigern ist, sitzt bereits seit Oktober wegen des Verdachts auf schwere Zuhälterei in Untersuchungshaft. Zuvor war aber immer von rund 30 Männern die Rede gewesen.
"Er steht im Verdacht, die Erbringung der sexuellen Dienste der Geschädigten erleichtert oder sich finanziell daran bereichert zu haben", sagte Staatsanwältin Ida Annerstedt. Das schwedische Prostitutionsgesetz verbietet den Kauf von Sex, nicht jedoch den Verkauf.
Die Frau hatte ihren Mann selbst bei der Polizei angezeigt. Bei einer Befragung hatte sie dem schwedischen Rundfunk zufolge angegeben, in manchen Fällen unter so starkem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden zu haben, dass sie sich nicht an alles erinnern könne. Ihr Mann soll die sexuellen Dienste demnach auf verschiedenen Webseiten angeboten haben. Der Mann streitet die Vorwürfe ab.
Laut Annerstedt geht die Polizei weiteren mutmaßlichen Straftaten des Mannes nach. Details nannte sie nicht und verwies auf die Vertraulichkeit der laufenden Ermittlungen. Laut dem Sender SVT war der Mann zuvor wegen mehrerer Delikte verurteilt worden, darunter Körperverletzung und Nötigung.
Ob seine Frau, die in ihren Fünfzigern ist, zum Verkauf von Sex gezwungen wurde oder nicht, wollte Annerstedt ebenfalls nicht sagen. Die mutmaßlichen Straftaten sollen sich von Januar 2022 bis zur Festnahme des Mannes im vergangenen Jahr ereignet haben. Annerstedt sagte, sie rechne damit, Mitte März Anklage zu erheben.
Laut der Staatsanwältin wurden 120 Männer identifiziert, die im Verdacht stünden, sexuelle Dienstleistungen gekauft zu haben. Sie sollen aus ganz Schweden kommen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass alle im Rahmen der Hauptermittlungen untersucht werden könnten. Nach Abschluss des Falls könnten separate Ermittlungen gegen die Käufer eingeleitet werden.