Drohnensichere LuxusbunkerSchweizer bohrt Tresor-Höhlen für Superreiche in die Alpen

In einem beschaulichen Schweizer Alpendorf entsteht eine unterirdische Hochsicherheitsanlage, die auch aus einem "James Bond"-Film kommen könnte. Dort sollen bald Kunstschätze, Luxus-Autos und Edelmetalle mitten im Fels der Berge gebunkert werden.
Etwas mehr als 2000 Menschen leben in der Schweizer Gemeinde Lungern, im Kanton Obwalden. Die Beschaulichkeit im Dorf lässt kaum auf die streng bewachte Mega-Baustelle schließen, die sich unweit des Dorfes befindet. Dort, mitten im Brünig-Massiv wird aktuell tief in den Fels der Voralpen gebohrt, um darin Hochsicherheitstresore für Superreiche einzurichten.
Hinter dem Bauvorhaben steckt die ortsansässige Firma Brünig Mega Safe, die sich auf das Bauen von speziellen Lagerräumen im Brünig-Massiv spezialisiert hat. Ab kommendem Jahr sollen in rund zwanzig Tresoren Kunstschätze, Edelmetalle, Oldtimer und edle Weine aufbewahrt werden. Verborgen hinter einer mehr als hundert Meter dicken Gesteinsschicht sollen die Luxus-Güter vor Kriminellen und sogar vor Drohnenangriffen geschützt werden.
Hinzu kommt ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem vor der Anlage. "Zunächst muss man eine Schleuse passieren. Dann muss man aus seinem Fahrzeug aussteigen. Anschließend gibt es eine Reihe unterschiedlicher Kontrollen, die wir selbstverständlich nicht öffentlich preisgeben", sagt Vorstandschef Thomas Gasser gegenüber dem Sender "RTS". Laut den Entwicklern sei das Sicherheitsniveau der alpinen Tresore somit auf einer Stufe mit dem der Schweizer Nationalbank.
Projekt spaltet Meinungen im Dorf
Gasser ist davon überzeugt, dass sein Projekt genau zum Zeitgeist passt. Denn angetrieben von geopolitischen Krisen boome der Markt. "Lange galt Dubai als sicherer Hafen. Heute wird diese Sicherheit allerdings infrage gestellt. Die Menschen wollen einfach einen Teil ihres Vermögens schützen", sagt er.
Und wer dies in einem der Berg-Tresore Gassers tun möchte, muss laut "RTS" dafür umgerechnet etwa eine Million Euro hinblättern - mindestens. Das Schweizer Boulevardmagazin "Blick" berichtet hingegen von rund 500.000 bis 800.000 Euro, je nach Größe des Tresors. Jede Kaverne wird für 99 Jahre verkauft. "Der Vorteil ist, dass der Kunde Eigentümer ist. Er hat eine eigene Parzellennummer im Grundbuch und kann die Kaverne sogar beleihen." Mehrere Kunden hätten bereits Verträge unterzeichnet.
Unten im Dorf spaltet das Projekt die Gemüter. "Die bauen dort für Menschen, die ohnehin schon genug Geld haben", kritisiert ein Anwohner gegenüber "RTS". Andere hingegen freuen sich darauf, dass bald Ferraris durch den Ort fahren könnten. "Ich habe nichts gegen schöne Autos."
Sicherer Hafen für Superreiche
Die Schweiz gilt schon lange als sicherer Hafen für die vermögen von Superreichen. Laut Präsenz Schweiz, einer Einheit des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, gehört das Land zu den "führenden, stabilsten und wettbewerbsfähigsten Finanzzentren der Welt."
Mehr als ein Fünftel des globalen grenzüberschreitenden Vermögens wird demnach von Schweizer Banken verwaltet. Im Jahr 2024 verwalteten sie Vermögenswerte von rund 9,3 Billionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 10 Billionen Euro), wovon etwa die Hälfte aus dem Ausland stammte.