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Haftstrafe für Rapperin Schwesta Ewa verurteilt

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Die Rapperin im Gerichtssaal

(Foto: imago/Jan Huebner)

Sie gesteht vor Gericht "Ausraster", bestreitet aber, junge Frauen zur Prostitution gezwungen zu haben. Trotzdem verhängt das Gericht gegen Rapperin Schwesta Ewa eine Haftstrafe.

Die Rapperin Schwesta Ewa ist in Frankfurt/Main zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Die 32-Jährige war wegen Zuhälterei, Menschenhandels, gefährlicher Körperverletzung und Steuerhinterziehung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb vier Jahre und drei Monate Haft gefordert.

Die Rapperin soll junge Frauen zur Prostitution gezwungen haben. Die Musikerin habe ihren Bekanntheitsgrad bewusst ausgenutzt, "um die Mädchen um den Finger zu wickeln", so die Anklage. Vier Zeuginnen hatten vor Gericht dagegen bestritten, gezwungen worden zu sein.

"Die Mädchen haben mich wegen der Prostitution von sich aus gefragt, die wussten ja davon", hatte Ewa M. selbst im Prozess zu den Vorwürfen ausgesagt. Sie hatte früher im Rotlichtgewerbe gearbeitet und dies auch in ihrer Musik thematisiert.

Als sie mit dem Rappen angefangen habe, habe sie damit jedoch aufgehört. "Ich wollte nicht, dass meine Brüder auf mich als Prostituierte mit dem Finger zeigen." In der Beweisaufnahme konnten die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels nicht bestätigt werden.

Das Urteil fiel nun wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung, nachdem Schwesta Ewa Schläge eingeräumt hatte. Nach den Plädoyers zeigte sich die Angeklagte zudem reumütig: "Ich schäme mich sehr für mein hässliches und aggressives Leben. Es ist nicht mit meinem zukünftigen Leben vereinbar. Ich werde mich davon distanzieren und mich komplett auf meine Musik konzentrieren." Durch die Steuerhinterziehung war ein Schaden von rund 60.000 Euro entstanden.

Das Gericht setzte den Haftbefehl aus, Ewa M. kam damit nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bleibt der Richterspruch bestehen, müsste die Rapperin noch einmal ins Gefängnis. Schwesta Ewa wurde 1984 in Polen geboren und wuchs in Kiel auf, 2004 zog sie nach Frankfurt. Sie ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Rapszene.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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