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BVB-Anschlag mit Attrappe geübt Sergej W. sah Paris-Attentäter als Vorbild

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Vor Gericht sagt W., er habe niemanden verletzten wollen.

dpa

Infolge der Anschläge von Paris registriert der BVB-Attentäter Sergej W. eine folgenschwere Entwicklung. Die Aktienkurse fallen - offenbar reift da der Plan, mit der BVB-Aktie viel Geld einzustreichen. Nur verletzten, beteuert der Angeklagte, wollte er niemanden.

Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat der Angeklagte Sergej W. ausgesagt, die Tat mit selbst gebauten Attrappen am Teamhotel geprobt zu haben. Der Probelauf fand demnach bei einem Aufenthalt etwa einen Monat vor dem Anschlag am 11. April 2017 statt. Dafür habe er schon einmal in dem Mannschaftshotel eingecheckt.

Der Angeklagte beteuerte, er habe den Anschlag verübt, um mit einer Wette auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie viel Geld einzustreichen. Dabei habe er sich die Terroranschläge von Paris 2015 zum Vorbild genommen. "Damals hatte ich registriert, dass viele Aktienkurse gefallen waren", sagte der 28-Jährige.

Der in Russland geborene Angeklagte mit deutschem Pass bekräftigte vor dem Dortmunder Schwurgericht, er habe mit dem Anschlag nur Angst und Schrecken verbreiten, aber niemanden ernsthaft verletzen oder gar töten wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dagegen 28-fachen Mordversuch vor. Sergej W. schilderte seinerseits, wie er die Bomben nach eigener Darstellung absichtlich so harmlos wie möglich konzipiert habe.

Im Internet vorab informiert

Er habe die etwa 60 Metallstifte pro Sprengsatz bewusst in eine dicke Schicht Harz eingegossen. "Der Gedanke war, dass die Bolzen schon für das Durchdringen der Masse so viel kinetische Energie verbrauchen würden, dass sie nicht mehr gefährlich sein würden", sagte der Angeklagte. Darüber hinaus habe er die Menge des Sprengstoffs äußerst niedrig angesetzt und sich vorab im Internet über die Beschaffenheit des Mannschaftsbusses informiert. "Überall stand, dass die Scheiben aus Sicherheitsglas bestehen. Ich wusste, wie zäh solche Verbundscheiben sind."

Bei dem Bombenanschlag war der damalige BVB-Verteidiger Marc Bartra im Bus schwer am Unterarm verletzt worden. Ein Motorradpolizist hatte ein Knalltrauma erlitten. Die für diesen Abend geplante Partie in der Champions League gegen AS Monaco wurde abgesagt und am nächsten Tag nachgeholt.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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