Sichtung bei Wismar?Polizei sucht nach dem Buckelwal

Ein Boot der Wasserschutzpolizei hält Ausschau nach dem Buckelwal in der Ostsee. Das Problem: Das Gebiet ist riesig, eine Sichtung ist eine "Glückssache". Deshalb sollen auch Sportboote helfen.
Bei der Suche nach dem vor Timmendorfer Strand befreiten Buckelwal fährt ein Boot der Wasserschutzpolizei seit dem frühen Morgen die Küste ab. "Das Seegebiet ist ziemlich riesig, das ist eine große Fläche für ein Boot, das ist schon Glückssache", sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei der Deutschen Presse-Agentur.
Das Boot "Uecker" fährt laut Wasserschutzpolizei rund 65 Küstenkilometer von der schleswig-holsteinischen Landesgrenze bis Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das Polizeiboot "Walfisch" sei zudem auf Streife unterwegs und unterstütze die Suche dadurch indirekt. Drohnen werden laut Sprecher bei der Suche aktuell nicht eingesetzt.
Zudem gab es eine mögliche Sichtung bei Wismar. "Ich kann bestätigen, dass wir heute Vormittag eine Sichtungsmeldung bei Wismar hatten, die wir jetzt überprüfen", sagte Diana Meyen, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, der Deutschen Presse-Agentur. Nun werden demnach auch Meldungen zu möglichen weiteren Sichtungen nahe der unbewohnten Insel Walfisch geprüft. Zudem wollen Experten des Meeresmuseums an Bord eines Bootes gehen, das den Wal seit dem Morgen sucht. Dazu liefen aktuell Gespräche mit den Behörden.
Die Experten wollen den Wal finden, um ihn weiter in tieferes Wasser der Ostsee zu drängen. Im Idealfall findet der junge Wal den Weg von der Ostsee über die Nordsee zurück in den Atlantik. Das sei ein langer und schwieriger Weg, sagte Meyen. Wal-Sichtungen können Menschen auf der Homepage des Meeresmuseums und per Telefon über eine spezielle Nummer melden. "Das Tier ist gestresst und geschwächt. Es ist wichtig, dass es nicht durch private Suchen zusätzlich Stress bekommt", so Meyen.
Auch Sportboote im Einsatz
Bei der Suche setze man auch auf Sportboote, "die melden das dann auch an die Behörden, wenn die unterwegs sind und was sehen", sagte der Sprecher der Wasserschutzpolizei. Den Meeressäuger jetzt zu finden, sei auch "Glückssache". Seit der Beobachtung am Freitag waren zunächst keine neuen Sichtungen gemeldet worden.
Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht auf Freitag nach Tagen selbst von einer Sandbank vor Timmendorfer Strand durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne freigeschwommen. Experten sorgen sich um den Meeressäuger, nachdem er zuletzt in Küstennähe geschwommen war.
Am Freitag war der Wal laut einer Sea-Shepherd-Sprecherin noch vor Warnkenhagen in Nordwestmecklenburg gesehen worden. Mitglieder der Meeresschutzorganisation sowie von Greenpeace begleiteten ihn mit Schlauchbooten. Nach mehreren Stunden beendeten sie die Beobachtung.