Panorama

Venedig zu 70 Prozent überflutet Sieben Tote bei Unwetter in Italien

Von den Alpen bis in den Süden legen Sturmböen und Starkregen Italien lahm. Wichtige Verkehrsverbindungen sind unterbrochen. Sieben Menschen kommen ums Leben. Weitere Erdrutsche und Überflutungen werden befürchtet.

Der Sturm reißt Bäume aus, Venedig steht unter Wasser, Menschen sterben: Unwetter haben fast ganz Italien getroffen und schwere Schäden angerichtet. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben. Auf die Brenner-Autobahn in Südtirol rutschten Erdmassen. Die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Österreich und Italien wurde zeitweise gesperrt. Venedig vermeldete einen Hochwasserrekord, der Markusplatz wurde evakuiert. Die Polizei brachte Touristen in Sicherheit. In Rom knickte der Wind Bäume um wie Streichhölzer, Antennen flogen von den Dächern.

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Seit zehn Jahren stand die Altstadt von Venedig nicht mehr so hoch unter Wasser.

(Foto: REUTERS)

In der Provinz Frosinone südlich von Rom kamen zwei Menschen ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Schon am Sonntag waren mindestens fünf Menschen infolge des Unwetters gestorben.

Die Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmt das Land praktisch von Nord bis Süd. Schulen und Kindergärten bleiben in vielen Regionen geschlossen, darunter in Venetien, in Ligurien, in ganz Rom und in Teilen der Toskana.

In Südtirol rief der Zivilschutz die höchste Alarmstufe Rot aus, das bedeute, dass ein "Katastrophenfall" möglich sei. "Der Boden kann nur mehr wenig Wasser aufnehmen", erklärte die Feuerwehr. Damit steige die Gefahr für weitere Erdrutsche. Auch die Flüsse dürften weiter anschwellen.

70 Prozent von Venedigs Altstadt unter Wasser

Auf der Autobahn zwischen Brenner und Sterzing hatte schon am Sonntag ein Erdrutsch mehrere Autos erfasst, es gab aber keine Schwerverletzten. Auf Bildern war zu sehen, wie Autos im braunen Schlamm feststecken. Der ADAC rief Autofahrer auf, die Gegend weiträumig zu umfahren.

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In stürzten zahlreiche Bäume um und begruben mehrere Autos unter sich.

(Foto: AP)

In Venetien war die Lage angespannt. Vor allem in Venedig ist man Hochwasser gewohnt, doch die Lage war so kritisch wie selten. Bürgermeister Luigi Brugnaro zeigte sich in einem Video vor dem Markusplatz - dahinter reißende Wassermassen. Der Platz sei evakuiert worden, die Polizei trug Kinder durch das Wasser. Am Nachmittag wurden 156 Zentimeter über dem Meeresspiegel gemessen - so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das bedeutet, dass 70 Prozent der historischen Altstadt überflutet sind. Und das Wasser in der Unesco-Welterbestadt sollte weiter steigen. Brugnaro rief alle Bewohner auf, zuhause zu bleiben.

Im Hinterland, im bekannten Skiort Cortina d'Ampezzo, mussten dutzende Menschen ihre Häuser räumen. In Ligurien war ebenfalls höchster Alarm. Der Zivilschutz sprach von einer Sturmflut mit Wellen, die bis zu sieben Meter erreichen könnten, meldete Ansa. In dem Ort Monterosso in der Touristengegend Cinque Terre mussten die Menschen Erdgeschosswohnungen verlassen.

Auch Schweiz und Österreich betroffen

In Rom knickten Bäume im Zentrum um, Autos wurden zerquetscht, Straßen gesperrt. Das Kolosseum, der Palatin-Hügel und die Kaiserforen wurden für Besucher gesperrt. Weiter im Süden blieben Schiffe im Hafen, so wurde zwischen Neapel und der Insel Ischia der Verkehr eingestellt. In Alghero auf Sardinien sprachen Medien von Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle. Immerhin: Am morgigen Dienstag sollte sich das Wetter ein wenig bessern, jedoch warnte der Wetterdienst 3B Meteo vor neuen Unwettern im Nordwesten.

Nicht nur Italien, auch Kroatien war betroffen. Die Autobahnen rund um die nördliche Hafenstadt Rijeka wurden nach Medienberichten wegen Starkregens vorerst für den Verkehr gesperrt. Wegen Sturms mit Orkanböen fielen zwischen Dubrovnik und Rijeka zahlreiche Fährverbindungen vom Festland zu den Inseln aus. Der staatliche Wetterdienst erließ für die gesamte kroatische Küstenregion höchste Warnstufe.

Auch in der Schweiz wurden wegen starken Schneefalls waren mehrere Alpenpässe gesperrt. Darunter ist auch der Gotthardpass, der letztmals vor zehn Jahren bereits Ende Oktober nicht mehr passierbar war. In Österreich sollen angesichts von Hochwasser und drohender weiterer Regenfälle die Schulen in Teilen Kärntens und in Osttirol am Dienstag geschlossen bleiben, so die Behörden. Sorgen bereitet auch der Sturm. Die Menschen im Raum Klagenfurt wurden aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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