Panorama

Britischer Corona-Held Sir Tom Moore stirbt mit 100 Jahren

Weil er in der Corona-Krise mit seinem Rollator durch seinen Garten lief und damit Millionen an Spendengeldern einsammelte, wurde Tom Moore zum britischen Nationalhelden. Die Queen selbst adelte ihn. Nun stirbt er 100-jährig im Krankenhaus.

Der durch seine Spenden-Sammelaktion zum Corona-Helden aufgestiegene britische Weltkriegsveteran Tom Moore ist tot. Das teilt seine Familie auf Twitter mit. Sie teilt ein Foto des Mannes mit den Jahreszahlen 1920 - 2021. Moore war mit dem Coronavirus infiziert. Er hatte keine Corona-Impfung erhalten, da er wegen einer Lungenentzündung Medikamente nehmen musste.

In den sozialen Netzwerken trauerten viele Menschen um Moore. Auch die Queen gab eine Mitteilung heraus. "Die Königin schickt einen privaten Kondolenzbrief an die Familie von Captain Sir Tom Moore", teilte das Königshaus auf Twitter mit. "Ihre Majestät hat es sehr genossen, Captain Sir Tom und seine Familie letztes Jahr in Windsor zu treffen. Ihre Gedanken und die der königlichen Familie sind bei ihnen." Über dem Regierungssitz in London wurde die britische Flagge auf Halbmast gesetzt.

Adelung und Guinness-Weltrekord

Die Familie hatte erst am Sonntag bekannt gegeben, dass der 100-Jährige mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Er sei nach einer Lungenentzündung vor einer Woche positiv auf das Virus getestet worden, hieß es. Er brauchte demnach zusätzliche Unterstützung beim Atmen.

Moore hatte sich ursprünglich vorgenommen, bis zu seinem 100. Geburtstag Ende April 2020 hundert Mal mit seinem Rollator seinen Garten abzuschreiten und sich dafür sponsern zu lassen. Er hoffte, auf diese Art 1000 Pfund zusammenzubekommen - doch die Aktion fand derart viel Zuspruch, dass Moore schließlich 33 Millionen Pfund (gut 36 Millionen Euro) für den nationalen britischen Gesundheitsdienst NHS sammelte. Er schaffte damit sogar einen Guinness-Weltrekord für die höchste Summe, die je bei einem Spendenlauf zusammenkam.

Der Senior wurde zu einer nationalen Berühmtheit. Das Militär ernannte ihn zum "Ehren-Oberst", im Juli wurde er von Königin Elizabeth II. persönlich zum Ritter geschlagen. Auch nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus wünschten ihm etliche Menschen weltweit eine schnelle Genesung.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa