Panorama

Werke wieder in PolenSohn von SS-Führer gibt Kunst zurück

01.03.2017, 11:58 Uhr
826fb43d42c848cf0a48f499388a5067
Nun sind drei der von den Nazis aus Polen gestohlenen Kunstwerke wieder in Krakau. (Foto: dpa)

Im Zweiten Weltkrieg ist NS-Politiker Otto von Wächter zeitweise Gouverneur von Krakau. In dieser Funktion entwendet er drei Gemälde. Nun übergibt sein Sohn diese wieder an die polnische Stadt und hofft, dass andere seinem Beispiel folgen.

Der Sohn des einstigen hochrangigen Nazi-Politikers Otto von Wächter hat drei von seiner Familie geraubte Gemälde an Polen zurückgegeben. Die im Zweiten Weltkrieg entwendeten Kunstwerke würden von Experten untersucht und anschließend voraussichtlich in Krakau ausgestellt, teilte die Regionalbehörde der südpolnischen Stadt mit. Dort waren sie von der Familie des aus Österreich stammenden NS-Politikers und SS-Führers Otto von Wächter, der unter dem Nazi-Regime zeitweise Gouverneur in Krakau war, mitgenommen worden.

Sein Sohn Horst von Wächter hatte das Diebesgut am Wochenende den polnischen Behörden freiwillig übergeben und an andere deutsche und österreichische Nachfahren von Nazis appelliert, seinem Beispiel zu folgen. Dass ein Nachkomme Raubkunst zurückgebe, sei in der südpolnischen Region ein Präzedenzfall, hieß es von der polnischen Behörde.

Bei den Gemälden handelt es sich den Angaben zufolge um eine Landkarte Polens aus dem 18. Jahrhundert sowie ein Aquarell des Krakauer Potocki-Palastes "Pod Baranami" aus dem 19. Jahrhundert, auf dessen Rückseite die Ehefrau Charlotte von Wächter handschriftlich vermerkt hatte: "Blick auf Potocki-Palast - mitgenommen aus Krakau 1939". Im Zuge einer Recherche über den Nazi-General war die polnische Wissenschaftlerin und Politikerin Magdalena Ogorek durch eine Fotografie auf eines der Gemälde aufmerksam geworden und hatte die Gespräche in Gang gebracht.

Quelle: kpi/dpa

DeutschlandNationalsozialismusPolenÖsterreichRaubkunst