Panorama

Autobahnen "ungewöhnlich ruhig" NRW-Ferien beginnen mit Schlangen an Flughäfen

Nach der virusbedingten Reiseflaute gönnen sich offenbar viele Menschen in Deutschland wieder einen Urlaub weit fernab der bekannten Gefilde: Während die Autobahnen in Nordrhein-Westfalen zu Ferienbeginn auffallend leer sind, können die Flughäfen dem Andrang nur schwer standhalten.

Am inoffiziellen ersten Schulferientag in Nordrhein-Westfalen blieb es auf den Autobahnen ruhig, während am größten Flughafen des Landes in Düsseldorf sehr starker Andrang herrschte, wie ein Sprecher sagte. Reisende berichteten, dass sie bereits seit fünf Stunden dort warteten. Dabei seien sie extra frühzeitig angereist. Sorgen bereitete zudem die Gepäcktransportanlage, die am Freitag zeitweise gestört war. Auch sorgten kurzfristig gestrichene Flüge für Frust unter den Reisenden.

Problemlos gestalteten sich dagegen die Sicherheitskontrollen, die in den vergangenen Wochen oft der kritische Punkt waren. "Wir haben in Düsseldorf 10 bis 15 Minuten Wartezeit und sind damit sehr zufrieden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Bundespolizei hatte gerade noch rechtzeitig einen zweiten Dienstleister zur Unterstützung verpflichten können. Der Hauptdienstleister rekrutierte zudem zusätzliche Hilfskräfte. Anders am Köln/Bonner Airport: "Dort haben wir an den Sicherheitskontrollen Wartezeiten von 60 bis 90 Minuten", so der Sprecher. Dies liege an krankheitsbedingten Personalausfällen "im dreistelligen Bereich". "Das kann man dann nicht mehr kompensieren."

Bereits am Freitag - dem letzten Schultag - war es an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf zu langen Schlangen an den Sicherheitskontrollen und Check In-Schaltern gekommen. Mehrere Airlines mussten in den vergangenen Tagen immer wieder zahlreiche Flüge streichen, weil es wegen des Coronavirus zu erheblichen Personalausfällen kommt. Am Düsseldorfer Airport fielen bis zum Mittag neun Flüge aus - davon acht von Eurowings und Lufthansa.

Erneute Störung der Gepäckförderanlage

Nach einer Störung am Freitag sei es zudem erneut zu einer Störung der Gepäckförderanlage gekommen. Das teilte der Düsseldorfer Flughafen mit. "Es ist daher nicht auszuschließen, dass heute Gepäck in Düsseldorf zurückbleiben wird", hieß es. Die Airlines würden dieses schnellstmöglich nachschicken. Am Mittag lief die Anlage wieder im Normalbetrieb, mit einer Verzögerung in der Gepäckverarbeitung.

Da viele Menschen nach der coronabedingten Zwangspause wieder in den Urlaub fliegen, verliere das Auto im Vergleich zu den vergangenen beiden Corona-Jahren für die Anreise etwas an Bedeutung, hatte der ADAC im Vorfeld analysiert. Zudem würden nicht alle gleich in den ersten Wochen wegfahren. Der Reiseverkehr verteile sich eher über die gesamten Sommerferien.

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Tatsächlich ist die große Reisewelle auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen zunächst ausgeblieben. "Dafür, dass es der Start der Sommerferien ist, ist es ungewöhnlich ruhig auf den Autobahnen", sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei. Bis zum Mittag sei es beinahe komplett staufrei, bestätigte auch ein ADAC-Sprecher. "Aktuell spürt man vom Ferienreiseverkehr nichts." Gegen 12.00 Uhr staute sich der Verkehr demnach lediglich auf fünf Kilometer.

Am Nachmittag hatte die Staulänge im Land laut ADAC in der Spitze noch knapp 200 Kilometer betragen - ein Chaos habe es aber ebenfalls nicht gegeben. Dennoch führt etwa die Polizei Hagen im gesamten Stadtgebiet Sonderkontrollen durch, da sie mit einem erhöhten Aufkommen rechnet.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 25. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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