Panorama

Frust auf Covid-Stationen Spahn fordert strengere 3G-Kontrollen

221377690.jpg

Gesundheitsminister Spahn Ende August bei einem Besuch des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-POOL)

Gesundheitsminister Spahn berichtet von seinen Besuchen auf Intensivstationen, wo sich Ärzte und Pfleger derzeit fast nur mit ungeimpften Schwerkranken abkämpfen müssen. Der Minister fordert daher als Impfanreiz härtere Kontrollen der 3G-Nachweise.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat stärkere Kontrollen von Nachweisen angemahnt, wenn Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. "Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal "Watson". "Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen."

Bund und Länder haben mit Blick auf Herbst und Winter vereinbart, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll: Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete. Dies ist jeweils auch durch Nachweise zu belegen.

"Auf Intensivstationen fast nur Ungeimpfte"

Zugleich forderte Spahn Impfskeptiker auf, Rücksicht auf die Lage im Gesundheitssystem zu nehmen. Es sei nur "die halbe Wahrheit", dass die Frage der Corona-Schutzimpfung eine individuelle sei, sagte er dem Portal weiter. "Weil jeder Ungeimpfte mindestens für die Pflegekräfte auch mitentscheidet."

Spahn berichtete, er sei in den vergangenen zwei bis drei Wochen in "vielen Kliniken" gewesen, unter anderem in Bayern und Nordrhein-Westfalen. "Auf den Intensivstationen sind fast nur Covid-19-Patienten ohne Impfung. Und darüber sind natürlich Pflegekräfte, die jetzt drei Wellen mit vollen Intensivstationen und viel Stress hinter sich haben, enorm frustriert. Ich verstehe das gut."

Spahn bekräftigte seine Aussage, dass die Pandemie in Deutschland voraussichtlich im kommenden Frühjahr zu Ende gehe. "Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit" werde das Land dann zur Normalität zurückkehren. "Die Herdenimmunität, die wir brauchen, um die Pandemie zu überwinden, werden wir auf jeden Fall erreichen", sagte er. "Wir erreichen sie tatsächlich entweder durch Impfung oder durch Infektion." Das Risiko, dass Menschen ohne Schutzimpfung sich im Herbst und Winter "mit dieser ansteckenden Delta-Variante anstecken, ist sehr hoch".

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.