Panorama

Auch keine Mischung von Vakzinen Spahn lehnt größeren Impf-Abstand ab

Der Biontech-Impfstoff ist bislang als einziger in Deutschland verfügbar, jedoch nicht in ausreichender Menge. Gesundheitsminister Spahn lehnt es ab, die notwendige Zweitimpfung hinauszuzögern. Die Zulassung des Moderna-Vakzins ändere nichts an der Knappheit, sagt er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine Ausdehnung des Zeitraums bei der Erst- und Zweitimpfung gegen das Coronavirus gestellt. Die Hinweise der Ständigen Impfkommissionen sprächen dafür, dass man bei den Zulassungsbestimmungen des Stoffs von Biontech bleibe, sagte Spahn. Diese verlangten eine Zweitimpfung innerhalb von drei bis maximal sechs Wochen. Spahn hatte die Kommission um eine Prüfung gebeten, ob der Zeitraum gestreckt werden könne. Dies hätte mehr Erst-Impfungen mit dem vorhandenen Stoff möglich gemacht, die bereits einen ersten Schutz bietet.

Ausgeschlossen sei auch, dass die Zweit-Impfung mit Stoff eines anderen Herstellers vorgenommen werde. "Das wird es nicht geben", sagte Spahn. Davon rate die Kommission ebenfalls klar ab. In Deutschland hatte es Kritik am schleppenden Impfstart und fehlendem Impfstoff gegeben. Auch die am Mittwoch von der europäischen Arzneimittelbehörde bekanntgegebene Zulassung des Impfstoffs von Moderna wird an der Knappheit vergleichsweise wenig ändern.

"Es wird genug Impfstoff für alle geben"

Bis Ende März werde es knapp zwei Millionen Dosen geben. Erste Lieferungen werden laut Spahn ab nächster Woche erwartet. Auch hier sind zwei Dosen pro Impfung notwendig. Insgesamt werden 2021 von Moderna über 50 Millionen Dosen erwartet.

Zugleich verteidigte er das Vorgehen beim Impfstart. Er verstehe, dass viele Menschen Fragen hätten, wenn nicht überall die Dinge gleich so funktionierten wie erhofft. Fehler müssten behoben werden. In mehreren Punkten wies der CDU-Politiker konkrete Kritikpunkte zurück. So gebe die Bundesregierung sämtliche Daten der Hersteller zu den Impfstoff-Lieferungen umgehend an die Länder weiter.

Spahn bekräftigte: "Es wird genug Impfstoff für alle in Deutschland geben." Er betonte: "Wir haben genug, mehr als genug Impfstoff für alle bestellt." Es gebe kein Problem der bestellten Menge. Der Impfstoff sei aber ein knappes Gut. Wenn nun wie geplant der Hersteller Biontech im kommenden Monat an einem neuen Standort in Marburg die Produktion starte, dann könne das Unternehmen die Impfstoffproduktion massiv ausbauen.

Quelle: ntv.de, tsi/rts/dpa