PCR-Testpflicht fällt wegSpanien macht es Touristen deutlich leichter

Mit umfassenden Lockerungen für Urlauber will Spanien seine schwer angeschlagene Wirtschaft wieder ankurbeln. Das Land verspricht den Besuchern dabei eine hohe Sicherheit. Das Auswärtige Amt warnt jedoch weiterhin vor Reisen in einige Regionen.
Spanien erleichtert die Einreise von Touristen im Zuge der positiven Entwicklung der Corona-Lage immer mehr. Seit heute dürfen internationale Kreuzfahrtschiffe nach knapp einjähriger Zwangspause wieder in spanischen Häfen anlegen. Und vollständig geimpfte Besucher aus aller Welt dürfen erstmals ohne Corona-Beschränkungen ins Land.
Für nicht Geimpfte herrscht eine Testpflicht - nun sind aber auch die deutlich günstigeren und schnelleren Antigentests zugelassen. Lediglich Besucher aus Brasilien, Indien und Südafrika dürfen weiterhin nicht zu touristischen Zwecken in Spanien einreisen.
Der Tourismus ist für die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone immens wichtig. Der Sektor hatte 2019 einen Anteil von mehr als zwölf Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Im vergangenen Jahr brach die Zahl der ausländischen Besucher wegen der Corona-Beschränkungen um gut 77 Prozent ein, von 83,5 Millionen auf weniger als 19 Millionen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurde eine ähnlich schlechte Entwicklung registriert.
Inzidenz auf Mallorca stabil unter 20
Die Pandemie-Lage wird im einstigen Corona-Hotspot derweil immer besser: Vor allem in Urlaubsregionen wie den Balearen mit Mallorca, der liebsten Insel der Deutschen, oder auch in Valencia ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. In beiden Regionen liegt sie schon seit einiger Zeit unter 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.
Überschattet wird die Öffnung allerdings durch fortbestehende Einschränkungen aufseiten der wichtigen Touristen-Herkunftsländer Deutschland und Großbritannien. Das Vereinigte Königreich, aus dem normalerweise die meisten ausländischen Urlauber kommen, stuft Spanien weiterhin als Risikogebiet ein. Spanien-Rückkehrer müssen daher in Großbritannien mindestens fünf Tage lang in Quarantäne.
Spaniens Tourismusministerin María Reyes Maroto hatte dazu am Freitag erklärt, sie könne die Entscheidung der britischen Regierung "nicht verstehen". Wenigstens für Gebiete mit niedrigen Corona-Inzidenzwerten wie die Balearen und die Kanaren hätte London aus ihrer Sicht grünes Licht geben sollen. Die britische Regierung will ihre Einstufung allerdings erst in drei Wochen überprüfen.
Reisewarnung bleibt für einige Landesteile bestehen
Das Auswärtige Amt in Berlin warnt weiter vor nicht notwendigen touristischen Reisen in einige spanische Regionen, darunter Madrid, Andalusien mit Ferienzielen wie Granada, Sevilla und der Costa del Sol, Katalonien mit seiner Hauptstadt Barcelona und das Baskenland mit Küstenstädten wie San Sebastián. Diese Regionen werden weiterhin als Risikogebiete eingestuft. Von Reisen in mehrere andere spanische Regionen, darunter Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln sowie die Kanaren und Valencia, rät das Auswärtige Amt ab.
"Spanien ist ein sicheres Reiseziel", versicherte Gesundheitsministerin Carolina Darias vor der Grenzöffnung ihres Landes. Spanien sei "dabei, seine globale Führungsrolle im Tourismus wiederzuerlangen". Für Spanien geht es dabei um viel. Vergangenes Jahr gehörte es zu den westlichen Volkswirtschaften, die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffen waren. Das spanische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2020 um 10,8 Prozent.
Der Vorsitzende des spanischen Reisebüro-Verbandes Unav, José Luis Prieto, verspricht sich von den nun in Kraft getretenen Lockerungen eine "spektakuläre Erholung" der Branche. In den vergangenen drei Wochen habe es viele Anfragen aus "Großbritannien, Frankreich oder Deutschland, den drei wichtigsten Märkten" für Spaniens Tourismussektor, gegeben.