Panorama

Coronavirus-Brennpunkt in Europa Spanien zählt mehr als 10.000 Tote

Im Westen Europas kämpft Spanien mit einer nie dagewesenen Bewährungsprobe in der öffentlichen Gesundheitsversorgung: Bei den Fallzahlen steht das Land kurz davor, Italien als weltweit zweitgrößter Krisenherd abzulösen. Madrid hofft auf eine "Stabilisierung der Kurve".

Die Zahl der Todesopfer der Coronavirus-Epidemie in Spanien ist auf mehr als 10.000 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden starben weitere 950 Infizierte im Zusammenhang mit der vom Erreger ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19, wie die Regierung in Madrid gegen Mittag mitteilte.

In der Statistik der Fallzahlen markiert dieser Anstieg einen neuen Höchstwert: Seit Beginn der Ansteckungswelle zuvor wurden bisher noch nie so viele Todesopfer binnen 24 Stunden gemeldet.

Insgesamt steigt die Zahl der Corona-Toten in Spanien damit auf 10.003 Menschen. Seit Ausbruch des Erregers wurden in dem EU-Land bisher bereits 110.238 Infektionsfälle verzeichnet. Davon haben 26.743 Betroffene ihre Erkrankung bereits überstanden und sind wieder gesund.

Die am schwersten betroffene Region Spaniens liegt im Großraum der Hauptstadt Madrid. Dort wurden bisher 42 Prozent aller in Spanien erfassten Todesfälle registriert. Infektionsfälle gibt es im ganzen Land, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden. Die autonome Region Katalonien im Osten der iberischen Halbinsel zum Beispiel zählt bereits mehr als 21.000 Infektionsfälle. Das entspricht einem Anteil von knapp 20 Prozent.

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Spanien ist nach Italien das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. In beiden Staaten müssen die Gesundheitssysteme mittlerweile mit mehr als 110.000 Infektionsfällen umgehen. Weltweit weisen lediglich die USA derzeit höhere Fallzahlen aus, während die Zahl der Toten dort noch vergleichsweise niedrig bei 5100 liegt.

Bei der Zahl der Neuinfektionen zeichnet sich jedoch in Spanien ein leichter Hoffnungsschimmer ab: Experten beobachten seit ein paar Tagen einen erkennbaren Abwärtstrend. Zuletzt lag die tägliche Zuwachsrate bei 7,9 Prozent, am Mittwoch waren es 8,2 Prozent und Anfang vergangener Woche noch mehr als 25 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland kam zuletzt auf eine tägliche Zuwachsrate von 7,3 Prozent.

"Die Daten zeigen, dass die Kurve sich stabilisiert hat", erklärte der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa mit Blick auf die neu gemeldeten Infektionen im Land. Seit Mitte März ist in Spanien eine Ausgangssperre in Kraft, für die nur wenige Ausnahmen gelten.

In ganz Europa wurden bis Donnerstagmittag rund 460.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen. 31.958 Infizierte starben. Damit entfallen zwei Drittel aller Covid-19-Todesfälle weltweit auf Europa.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP