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Drei Betrüger streiten ums Geld Spendenaktion für Obdachlosen ist eine Lüge

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Weil sich drei Betrüger ums Geld streiten, fliegt ihre 400.000-Dollar-Lüge nun auf.

AP

Eine Frau bleibt mit ihrem Auto ohne Benzin liegen, doch ein Obdachloser eilt ihr zu Hilfe und gibt sein letztes Geld für einen Kanister. Aus Dankbarkeit startet die Frau mit ihrem Freund eine Spendenaktion. Doch nun wird klar: Die ganze Sache ist ein Betrug.

Kate McClure bleibt an einer Autobahnausfahrt in Philadelphia liegen, doch der Obdachlose Johnny Bobbitt jr. kommt vorbei und kauft mit seinen letzten 20 Dollar einen Kanister Benzin, um ihr zu helfen. Die 27-Jährige ist daraufhin so gerührt, dass sie gemeinsam mit ihrem Freund eine Spendenaktion für den Mann ins Leben ruft. Das Ganze ist ein riesiger Erfolg: Bei der "GoFundMe" Aktion kommen 400.000 Dollar Spenden zusammen. Rund 14.000 Menschen aus aller Welt helfen, um dem Marine-Veteran ein besseres Leben zu schenken.

Doch dass irgendetwas an dieser Geschichte nicht stimmt, wird im August klar. Der Obdachlose beschwert sich, dass bei ihm nur ein Bruchteil des Geldes angekommen sei. Anfangs kauften die beiden noch Essen, Kleidung, ein Auto und einen Wohnwagen für ihn. Die zwei ließen ihn sogar auf ihrem Grundstück wohnen. Größere Summen wollten sie ihm aber nicht geben. Angeblich aus Angst, er würde das Geld für Drogen ausgeben. Währenddessen lebt das Paar ein luxuriöses Leben mit vielen Reisen. Sie kaufen auch ein neues Auto. Dann kommt es zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Obdachlose nimmt sich einen Anwalt und will gegen das Paar klagen, um auch den Rest seines Geldes zu erhalten.

Alles nur Lüge

Zu diesem Zeitpunkt seien angeblich noch 250.000 Dollar Spenden übrig gewesen. Doch dann verschwindet auch dieses Geld. Es sieht so aus, als würde sich das Paar auf die Spenden stürzen. Doch der Betrug geht noch viel weiter, denn laut einem BBC-Bericht sollen alle drei Beteiligten eine Lügengeschichte gesponnen haben. Demnach ist die ganze Geschichte der spontanen Hilfe am Straßenrand komplett erlogen, um Spendengelder zu ergaunern. Das Geld sollte dann auf drei Personen aufgeteilt werden.

Die Polizei untersucht den dubiosen Fall und deckt schließlich alles auf. Die Betrüger sollen das Foto für die Spendenaktion gestellt haben, nachdem sich die drei in der Nähe eines Casinos getroffen hatten. Am Ende kommt der Betrug aber nur heraus, weil das Paar nicht ein Drittel der eingetriebenen Spenden abgibt, sondern mehr Geld hortet und ihren Komplizen damit verärgert. Für Bobbitt war es nicht der erste Betrugsversuch dieser Art: Die Staatsanwaltschaft findet später heraus, dass der Obdachlose schon 2012 eine Lügen-Geschichte auf Facebook postete.

Das Paar wollte über die Hilfsaktion sogar ein Buch verfassen, um noch mehr Geld einzunehmen. Doch daraus wird wohl nichts mehr. Denn alle drei Betrüger müssen sich nun vor Gericht verantworten. Die Spender sollen ihr Geld zurückerhalten.  

Quelle: n-tv.de, sgu

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