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Germanwings-Absturz Staatsanwalt weist Lubitz' Vorwürfe zurück

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Staatsanwalt Christoph Kumpa sieht keine Versäumnisse bei den Ermittlungen zur Absturzursache.

(Foto: dpa)

Die Theorie von der alleinigen Schuld seines Sohnes für den Germanwings-Absturz vor zwei Jahren will Günter Lubitz nicht akzeptieren. Den Ermittlern macht er schwere Vorwürfe. Nun reagiert der Düsseldorfer Staatsanwalt auf die öffentliche Kritik.

Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz mit 150 Toten haben Ermittler ihr Vorgehen gegen Kritik verteidigt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft äußerte sich zu Vorwürfen auch aus der Familie des Todespiloten Andreas Lubitz, der das Flugzeug den Ermittlungen zufolge gegen ein Bergmassiv gesteuert hat. Der Vater des Co-Piloten, Günter Lubitz, der von ihm als Gutachter beauftragte Luftfahrt-Experte Tim van Beveren sowie ein Professor der Universität Halle hatten zuvor Zweifel und Einwände gegen die Ermittlungen geäußert. Diese sollen am Freitag auch Thema einer Pressekonferenz in Berlin sein.

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Andreas Lubitz soll die Maschine gegen den Berg gesteuert haben.

(Foto: AP)

Unter anderem geht es um den Vorwurf, die Staatsanwaltschaft habe die Patientenakten von Andreas Lubitz nicht beschlagnahmen dürfen, weil ein Beschlagnahmeverbot vorgelegen hätte. "Es gibt einen entsprechenden richterlichen Beschluss", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa dazu. "Im Rahmen von Todesermittlungsverfahren werden in Deutschland vermutlich täglich Patientenakten beschlagnahmt." Die Auffassung, dies sei nicht erlaubt, sei daher aus seiner Sicht abwegig. Auch die Behauptung, die Ermittler seien von einer durchgängigen depressiven Erkrankung und Behandlung seit 2008/2009 ausgegangen, sei schlicht falsch. "Das haben wir nie behauptet", sagte Kumpa.

Lubitz sei den Ermittlungen zufolge 2009 erfolgreich behandelt worden. Ende 2014 seien Symptome aufgetreten, die als Indizien für eine neuerliche psychische Erkrankung gewertet werden können. Die behandelnden Fachärzte hätten diesmal aber keine Depression, sondern eine andere psychische Erkrankung diagnostiziert - ohne Suizidgefahr. Lubitz sei allerdings mit vergleichbaren Medikamenten wie 2009 behandelt worden. "Er stand unter derselben Medikation", so Kumpa. Bei Gewebeproben sollen zwei Antidepressiva und ein Schlafmittel bei Lubitz nachgewiesen worden sein.

Berichte über Lubitz-Freundin "falsch"

Günter Lubitz möchte nach eigenen Angaben das Bild seines Sohnes als "Massenmörder" korrigieren. "Er war ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Ein solches Verhalten passt einfach nicht zu ihm und seiner Persönlichkeit", sagte er der Zeitung "Die Zeit". Dies sei "menschlich nachvollziehbar", erklärte Staatsanwalt Kumpa. Für die Staatsanwaltschaft stehe aber dennoch fest: "Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Absturzursache, die nicht auf absichtliches - mutmaßlich suizidales - Verhalten zurückzuführen ist".

Ähnlich verhalte es sich mit einem Medienbericht, demzufolge Lubitz eine angebliche frühere Geliebte oder Freundin namens Maria W. gehabt haben soll. "Es gibt eine Frau, die versucht hat, diese Geschichte bei mindestens zwei Medien unterzubringen. Ich bin aber überzeugt davon, dass diese Geschichte falsch ist", sagte Kumpa. Für eine solche Beziehung habe man keine Hinweise entdeckt.

Am 24. März 2015 soll der Co-Pilot Lubitz den Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings gegen einen Berg in den französischen See-Alpen geflogen haben. Die Ermittler gehen von einer absichtlichen Tat und einem Alleinverschulden des Co-Piloten aus. Der soll den Chef-Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt, dann den Sinkflug eingeleitet und die Maschine auf Kollisionskurs programmiert haben.

Quelle: n-tv.de, jgö/dpa

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