Panorama

"Nahm Todeseintritt in Kauf"Angriff auf Zugbegleiter: Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage

28.05.2026, 16:34 Uhr
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Eine-Blume-und-Kerzen-liegen-am-Bahnsteig-nach-dem-Tod-eines-Zugbegleiters-Der-Mann-war-bei-einem-Angriff-im-Zug-von-einem-Fahrgast-in-Rheinland-Pfalz-lebensgefaehrlich-verletzt-worden-und-in-Folge-der-Verletzungen-verstorben
Der 36 Jahre alte Zugbegleiter Serkan C. starb am 4. Februar 2026. (Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz versetzt ein Mann einem Zugbegleiter mehrere Schläge gegen den Kopf. Wenige Tage später erliegt der Bahnmitarbeiter seinen Verletzungen. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes - auch der Beschuldigte äußert sich.

Knapp vier Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in der Westpfalz hat die Staatsanwaltschaft einen 26-Jährigen wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen angeklagt. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, den Zugbegleiter am 2. Februar in einem Regionalexpress tätlich angegriffen und tödlich verletzt zu haben, teilte die Anklagebehörde in Zweibrücken mit.

Demnach soll sich der Mann am Tattag in der Regionalbahn von Landstuhl in Rheinland-Pfalz in Fahrtrichtung Homburg im Saarland befunden haben. Kurz nach Verlassen des Bahnhofs in Landstuhl gegen 17.40 Uhr sei er von dem Zugbegleiter kontrolliert und aufgefordert worden, seine Fahrkarte zu zeigen.

Der Beschuldigte habe erklärt, kein Ticket zu haben. Der sodann erfolgten Aufforderung, sich auszuweisen, kam er demnach nicht nach - woraufhin der 36 Jahre alte Zugbegleiter Serkan C. ihn aufgefordert habe, den Zug zu verlassen. Auch dem sei der Mann nicht nachgekommen. In der Folge habe der 26-Jährige dem Zugbegleiter mehrere kräftige Faustschläge gegen den Kopf und insbesondere gegen die Schläfen versetzt, "wobei er den Todeseintritt zumindest billigend in Kauf nahm". Das Opfer sei bewusstlos zu Boden gegangen. "Daraufhin ließ der Angeschuldigte von ihm ab und setzte sich zurück auf seinen Platz."

Tat "aus Verärgerung über alltägliche Ticketkontrolle"

Der Zugbegleiter starb demnach am 4. Februar infolge der Gewalteinwirkung gegen den Kopf an einer Hirnblutung. "Nach den durchgeführten Ermittlungen handelte der Angeschuldigte aus Verärgerung über eine alltägliche Ticketkontrolle", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der beschuldigte Grieche befinde sich in Untersuchungshaft. Er habe sich im Rahmen einer richterlichen Vorführung zum Tatgeschehen geäußert. Hierbei habe er das "objektive Tatgeschehen" eingeräumt, einen Tötungsvorsatz jedoch bestritten und sich teilweise auf Erinnerungslücken berufen. Das Landgericht Zweibrücken habe nunmehr über die Zulassung der Anklage, die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Haftfortdauer zu entscheiden.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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